Heinrichs  Einmischung  in  den  dänischen  Thronstreit.  69

Aber  trotz  dieser  letzten  Erfolge  sollte  der  Friede  in  diesen  Ge=  1146.
genden  doch  noch  nicht  ungestört  bleiben,  vielmehr  hatten  sie  noch
einmal  die  Leiden  eines  feindlichen  Einfalls  durchzumachen.  Die
Veranlassung  dazu  gab  des  Grafen  Adolf  erneute  Einmischung  in
den  dänischen  Thronstreit.  Der  nach  dem  Tode  des  Königs  Erich
Lamm  zwischen  dem  von  ihm  zum  Nachfolger  ernannten  Svend
und  dem  gegen  diesen  als  Thronprätendent  auftretenden  Knud,  des
Magnus  Sohn,  ausgebrochene  Kampf  hatte,  nachdem  er  mit  steigender
  Erbitterung  und  wechselndem  Glücke  geführt  war,  durch  den
Kreuzzug  gegen  die  Slaven  eine  kurze  Unterbrechung  erlitten.  Kaum
aber  waren  die  beiden  Gegner  nach  dem  Verlust  fast  ihrer  ganzen
Flotte  und  des  größten  Theils  ihres  Heeres  in  ihr  noch  immer  den
räuberischen  Einfällen  der  Slaven  preisgegebenes  Land  zurückgekehrt,
als  auch  der  Bürgerkrieg  mit  erneuter  Wuth  ausbrach.  Doch
gewann  Svend  jetzt  allmählich  das  Uebergewicht,  namentlich  seitdem
es  ihm  gelungen  war,  den  jungen  Waldemar,  des  1131  ermordeten
Knud  Sohn,  auf  seine  Seite  zu  ziehen.  Es  war  natürlich,  daß  die
einander  so  hartnäckig  befehdenden  Gegner  sich  eifrigst  bemühten,
den  mächtigen  und  mit  Recht  in  so  hohem  Ansehn  stehenden  Grafen
  Adolf  von  Schauenburg  auf  ihre  Seite  zu  bringen.  Sie  schickten
  Gesandte  an  ihn  und  suchten  einander  an  reichen  Geschenken
und  noch  glänzenderen  Versprechungen  zu  überbieten.)  Abolf  entschied
  sich  schließlich  für  die  Partei  des  Knud;  bald  aber  hatte  er
und  sein  Land  die  traurigen  Folgen  dieser  Einmischung  zu  beklagen.

Svend  nämlich  zog  sofort  mit  Heeresmacht  heran,  um  den
Grafen  für  diesen  Anschluß  an  seinen  Gegner  zu  bestrafen  und  sich
gegen  einen  etwaigen  Angriff  desselben  zu  sichern.  Schnell  drang
er  in  Wagrien  ein,  verbrannte  Oldenburg  und  verwüstete  die  ganze
Küstenstrecke;  ja,  bis  unter  die  Mauern  von  Segeberg  drang  er  vor
und  verbrannte  die  unter  ihrem  Schutz  erbaute  Stadt,  welche  kaum
von  der  durch  die  Slaven  erlittenen  Zerstsrung  wieder  erstanden
war.  Dann  kehrte  er  nach  Dänemark  zurück.)  Doch  war  der

p.  151  n.  20.  Der  berichtete  Vorgang  der  Urkünde  nicht  beiwohnten  oder,  wie

der  Beftätigung  in  Gegenwart  des

H  sowie  der  ganze  Zug  gugen.  die
ithmarschen  ist  demnach  ins  Jahr
1148  zu  setzen;  die  Urkunde  darüber
ist  dann  erst  später  ausgefertigt,  jedoch
so,  daß  man  die  bei  dem  Vorgange

agegen  gewesenen  Zeugen  mit  auf-2

  rie,  auch  wenn  sie  der  Vollziehung

Adalbert  v.  Bremen,  schon  todt  waren.

1)  Helm.  I,  67:  Certabat  ergo  utordue
  regum  s-iscere  sibi  comitem
nostrum  miseruntque  nuntios  cum  doneriis,
  plura  offerentes  et  maiora  promittentes.


2)  Helm.  I,  67:  Quod  factum  est
zelatus  Svein  aseumptaque  manu  ar-