Heinrichs  Einmischung  in  den  dänischen  Thronstreit.  75

einen  Ersatz  zu  schaffen  suchen,  daß  er  in  den  vom  Grafen  Abolf
und  Herzog  Heinrich  der  deutschen  Cultur  gewonnenen  slavischen
Gegenden  neue  Kirchengründungen  vornahm.  Er  beschloß  daher  die
drei  Bisthümer,  welche  schon  einst  dort  bestanden  hatten,  aber  dem
Andrange  der  Slaven  wieder  erlegen  waren,  von  Neuem  zu  begründen.
  So  richtete  er  denn  zunächst  die  drei  alten  slavischen  Bisthümer

  Oldenburg,  Mecklenburg  und  Ratzeburg  wieder  auf.')

Jetzt

fand  auch  endlich  Vicelin  den  Lohn  für  seine  seit  dreißig  Jahren
ununterbrochene,  nie  ermüdende  Aufopferung  und  von  so  gutem

Erfolge  begleitete  Thätigkeit.

Ihn  erhob  Hartwig  zum  Bischof  von

Oldenburg;  den  Genossen  des  Vicelin  in  seinem  Wirken  unter  den
Slaven,  Emmehard,  machte  er  zum  Bischof  von  Mecklenburg.  Am

11.  October  1149  wurden  beide  von  Hartwig  zu  Horsevelde  in  Ge-1.  Oct.

genwart  eines  päpstlichen  Legaten  geweiht.)

Diese  Gründung  gab  aber  sofort  die  Veranlassung  zu  einem
neuen  Streite  zwischen  Hartwig  und  Herzog  Heinrich,  welcher  die
alte  Spannung  als  unvergessen  zeigte  und  zugleich  das  eben  durch
seine  Einmüthigkeit  so  erfolgreiche  Wirken  des  Grafen  Adolf  von

Schauenburg  und  des  Vicelin  ernstlich  zu  stören  drohte.

Graf

Adolf  fühlte  sich  nämlich  dadurch  beleidigt,  daß  Vicelin  ohne  seine
Zustimmung  sich  in  ein  so  enges  Abhängigkeitsverhältniß  zu  dem
Bremer  Erzbischof  eingelassen  hatte:  wohl  nicht  ganz  mit  Unrecht
fürchtete  er,  daß  Hartwig  diese  Gelegenheit  zu  einer  Einmischung

in  seine  weltlichen  Rechte  benutzen  würde.

Um  daher  den  neuen

Bischof  daran  zu  mahnen,  daß  er  die  Pflichten  gegen  seinen  bisherigen
Gönner  und  eifrigen  Beschützer  verletzt  habe,  und  um  ihn  vor  ferneren
  verartigen  Schritten  zu  warnen,  entzog  er  ihm  die  Zehnten,
auf  welche  Vicelin  bisher  mit  seinem  und  seiner  Kirche  Unterhalt

allein  angewiesen  gewesen  war.)

dam  bertinuisse  commemorat  antiquitas.
  seiner  in  den  Anfang
4  selenen  Aweenbeit  in  Zirien#

affs,  1  .a11)  hat  e
Akier:  woht.  Korsünlich  zu  bemeihen
esucht.
8  1)  ib.  Videne  ergo  dominus  Hartvieus
  .  ..  quia  pax  erat  in  Slavia
Proposuit  resedillcare  sedes  episcopales,
duss  barbaricus  furor  olim  destrurerat
in  Slaria,  scilioet  Aldenburgensem.
Racesburgeneem,  Mikilenburgeneem.

2)  ib.  Accitum  ergo  venerabilem
anberdotem  Vicelinum  Aldenburgensi

Empfindlicher  freilich  konnte  der

sedi  consecrarit  episcopum,  cum  iam
Ceset  aetate  provectus  et  mansisset  in
terra  Holsatorum  triginta  annis.  Porro
in  Mikilenburg  ordinavit  dominum
Emmeherdum  et  consecrati  sunt  ambo
in  Rossevelde,  —  letzteres  ist  nach  der
Laurentschen  Uebersetzung  des  Helmolb
Horseveld.  Ueber  vie  Betheiligung  eines
Wr*:7  Legaten  vgl.  Epist.  Wibaldi

.  7'.  Factaque  sunt  haec  inconsulto
  duce  et  comite  nostro.  Unde
aceidit,  ut  amicitia,  quae  erat  inter  dominum
  Vicelinum  et  comitem  nostrum,