Heinrichs  Einmischung  in  den  dänischen  Thronstreit.  79

in  dieser  Zeit  zu  den  ersten  Einmischungen  des  Herzogs  in  die  noch
immer  unentschiedenen  Thronstreitigkeiten  in  Dänemark,  welche  dieses
  innerlich  tief  zerrüttete  und  daher  auch  nach  außen  ganz  machtlose
  Land  auf  lange  Zeit  unter  den  entschiedensten  Einfluß  des
Sachsenherzogs  brachten.  Noch  immer  befehdeten  sich  dort  Svend
im  Bunde  mit  dem  jungen  Waldemar  und  Knud  um  die  Krone.
Aber  Svend  gewann  immer  mehr  das  Uebergewicht  und  nach  der
schweren  Niederlage,  welche  er  dem  Knud  bei  Wiborg  beibrachte  (1149)
sah  sich  der  letztere  genöthigt,  das  Land,  nach  dessen  Krone  er  gegriffen,
  als  Flüchtling  zu  verlassen  und  auswärts  Hülfe  zu  suchen.
Svends  Mutter  hatte  sich  nach  dem  Tode  ihres  Gemahls  zum  zweitenmale
  vermählt  mit  dem  König  Sverker  von  Schweden.  Zu  diesem,
  seinem  Stiefvater,  begab  sich  der  flüchtige  Thronprätendent:
doch  fand  er  dort  durchaus  nicht  die  gewünschte  Aufnahme,  —  ja,
nicht  nur  die  erbetene  Hülfe  zur  Wiedergewinnung  der  dänischen
Krone  wurde  ihm  nicht  zu  Theil,  sondern  bald  suchte  man  den  lästigen
  Gast  auf  jede  Weise  los  zu  werden:  zuletzt  versagte  man  ihm
jede  fernere  Unterstützung.)  Auch  bei  den  Verwandten  seiner  Mutter
  in  Polen  wohin  er  sich  nun  wendete,  fand  er  kein  günstiges
Gehör.)  Nicht  besser  erging  es  ihm  bei  dem  verschwägerten  Fürstenhause
  zu  Rostock.“)  Von  allen  verlassen,  wandte  sich  Knud  nun
an  den  Erzbischof  Hartwig  von  Bremen:  durch  dessen  Vermittelung
fand  er  auch  bei  Herzog  Heinrich  von  Sachsen,  der  ihm  erst  nicht
besonders  geneigt  war,  günstige  Aufnahme.)  Hartwig,  der  von  den
Bürgerkriegen  in  Dänemark  und  der  dadurch  immer  zunehmenden
Schwäche  dieses  Reiches  vielleicht  eine  Förderung  seiner  eigenen  ehrgeizigen
  Pläne  hoffte,  gewährte  dem  Kund  die  Mittel  zu  einer  neuen
Unternehmung  gegen  Svend.  Aber  der  Einfall,  den  Knud  in  Folge
dessen  in  Jütland  machte,  misglückte  gänzlich,  und  abermals  kehrte

diem  versus  Bremam  cobecssit,  ad

1)  Sazrzo  Gram.  p.  683:  At  Caarebiepiscohum
  Hardvigum,  a  quo

nutus  apud  Suetiam  primum  vitrico

optatus,  mox  onustus  haberi  coepit,
ita,  ut  pro  comparandis  alimentis,
duidquid  illic  pracliorum  possederat,
venditaret

21  Saxo  Gram.  p.  684:  Idem
receptus  quidem,  sed  nullam,  ut  dizi,
urbium  intrare  permissus  (—  in  Polonia
  —-))  ad  praesectum  Saxoniace  Henricum
  pervehitur;  vau  quem  minorem
ape  sua  fortunam  er

3)  Hist.  Knurss  p.  322.

4)  i  bid.  Itaque  rex  lünatun  meri-.

Brunsvikam  ad  ducem  llenricum  tim-Peratoris
  Conradi  fllium  I1  deductus
est;  hic  regem  Cnutum  ercepit.  —
Salo  Gram.  L#Hamburgensem
antistitem  Hartricum  gecedit,  iam  pridem
  Danis  euse  ditioni  exemptis  insensum.
  A  quo  humanissime  habitus
bellique  tandem  subsidia  mutuatus,
domesticorum  militum  fidem  tecita
legatione  pertentat.  Vgl.  Hist.  Knutid.
  p.  323.  Rex  Knutus  auxiliis  in
Satonia  sublevatus.