Die  letzten  Kämpfe  der  Welfen  gegen  Conrad  III.  83

empfing  er  von  Roger  noch  besondere  Schreiben,  die  er  den  zunächst
als  Bundesgenossen  in  Betracht  gezogenen  Fürsten  aushändigen
sollte.  In  tiefem  Geheimniß  betrat  Welf  auch  Rom:  denn  mit  dem
Papste  selbst  traten  die  Feinde  Courgds  in  nähere  Verbindung.
Eugen  III.  hatte  sich  nämlich  mit  Roger  von  Sicilien  nicht  nur
ausgesöhnt,  sondern  die  Beziehungen  zwischen  beiden  waren  ziemlich
intimer  Natur  geworden.  Die  Folge  davon  war  ganz  natürlich
die,  daß  die  Misstimmung  zwischen  Conrad  III.  und  dem  Papste
immer  mehr  wuchs:  in  Eugens  Umgebung  hatte  damals  die  den
Deutschen  feindliche  Partei  das  entschiedenste  Uebergewicht.)  Welcher
  Art  aber  die  während  Welfs  Anwesenheit  in  Rom  gepflogenen
Unterhandlungen  und  das  Resultat  derselben  gewesen  sind,  wissen
wir  nicht.  Doch  blieb  sein  Aufenthalt  in  Rom,  trotz  des  tiefen
Geheimnisses,  nicht  unbekannt:  einige  seiner  Leute  wurden  entdeckt
und  festgenommen,  die  für  die  deutschen  Fürsten  bestimmten  Briefe
geöffnet  und  der  Inhalt  derselben  und  damit  die  ganzen  gefährlichen
  Pläne  der  welfisch-sicilischen  Partei  ihren  Gegnern  in  Deutschland
  bekannt.?

Dieser  unglückliche  Zwischenfall  aber  brachte  in  den  Plänen
und  Absichten  Welfs  VI.  keine  Aenderung  hervor,  höchstens  beschleunigte
  er  die  Ausführung  seines  Vorhabens.  Kaum  war  er  nämlich
zu  Anfang  des  Jahres  1149  nach  Deutschland  zurückgekehrt,  so  schlug
er  auch  gleich  los,  ohne  erst  das  wirkliche  Zusammenkommen  des
Bundes,  in  dem  er  ja  erst  seine  eigentliche  Stütze  finden  sollte,
oder  gar  das  Erscheinen  seiner  Bundesgenossen  im  Felde  abzuwarten.
Von  den  Vassallen  des  Königs  fielen  ihm  einige  zu:  durch  sie  verstärkt
  drang  er  in  die  Besitzungen  der  Hohenstaufen  ein  und  suchte

ein  entschiedener  Gegner  der  Welfen

war,  sondern  eine  isen  möglchst

günsige  Vermittelung  gesucht  ha  gl.

9ie  frllher  6  telle  er  Welfs

Aufstand  im  J.  1143.  Ann.  Colon.
760.

max.  p.
1)  rK.  Wibaldi  n.  147  (ed.
Jaffé):  Cneterum  sciatis,  quia  Cencius
Fraiapane,  quantum  potest,  vobis  nocere
  studet,  et  papa  eius  consilio,  et
oc  ita  verum  est,  quod  Cardinales
landaverunt  se  coram  Cencio  Froispance
et  dixerunt,  se  conclusisse  vos  et  Grecos
venari  tamquem  canes  et  mastinos,
adeo  ut  nihil  Siculo  nocere  possitis  ex
hac  parte.
2)  ib.  Sciatis  itaque  Guelfum,

domni  regis  Counradi  proditorem,  cum
Siculo  concordem  esse  magnamquo
  pecuniam  ab  eo  doçepissc.
  Et  clam  ductu  Ceneii  Fraispane
et  Gatagueti  Romam  transiit.  Homines
  tamen  sui  cum  quatuor  Saracenis  et
totidem  dextrariis  Rome  a  senatoribus
Capti  et  dimissi  fuere.  Qui  litteras
ex  parte  Siculi  Frederico  duci  Suaviae,
Henrico  duci  Sazoniac,  Bretolfo  fllio
dueis  Conradi,  Conrado  duci  de  Cebering
  pro  dampno  et  guerra  domni  regis
Counradi  deferebant,  quibus  commone--bantur
  et  rogabantur  a  Sicule,  ut,  quse
illis  Guelfus  de  sus  persona  diceret,
faverent.

6*

1140.