Die  letzten  Kämpfe  der  Welfen  gegen  Conrad  III.  85
aber  scheinl  er  die  welfische  Angelegenheit  nicht  aus  dem  Auge  gelassen
  zu  haben.  Namentlich  war  für  ihn  ein  gleichzeitiges  Losbrechen
  Herzog  Heinrichs  zu  fürchten:  daher  hat  er  auch  mit  ihm  und
den  sächsischen  Fürsten,  wie  es  scheint,  gerade  in  dieser  Zeit  mehrfache
  Unterhandlungen  und  Berathungen  gepflogen)  In  der  Hauptsache
  aber  blieb  Conrad  den  ganzen  Winter  über  zur  Unthätigkeit
verurtheilt.  Nach  seiner  Herstellung,  erst  im  Februar  1150,  wandte
er  sich  auf  dem  Reichstage  zu  Speyer  wieder  den  Reichsangelegen=  Februar.
heiten  energischer  zu.

Um  dieselbe  Zeit  kam  denn  auch  der  erneute  Kampf  zwischen
Welf  VI.  und  den  Hohenstaufen  zur  Entscheidung.  Nach  längerer
plündernder  Befehdung  der  hohenstaufischen  Besitzungen  wandte  sich
Welf  in  die  Gegend  von  Donauwörth  und  Nördlingen,  um  dort
seine  Feindseligkeiten  fortzusetzen.  Zu  Anfang  Februar  1150  begann
er  das  feste  staufische  Schloß  Flochberg  bei  Nördlingen  zu  berennen,
während  in  dem  anderthalb  Rast  davon  liegenden  Harburg  König
Heinrich  mit  bedeutender  Mannschaft  verweilte.  Auf  die  Nachricht
von  der  Belagerung  Flochbergs  machte  sich  der  junge  König  sofort
auf,  um  die  Burg  zu  entsetzen.  Welf  zog  sich  in  Folge  dessen  zurück
  und  gewann  dadurch  einen  Vorsprung  von  fünf  Meilen.
Heinrich  theilte  sein  Heer  in  zwei  Schaaren  und  verfolgte  ihn  so
schnell  wie  möglich,  indem  er  zugleich  seine  leichte  Reiterei  vorausschickte,
  um  den  Rückzug  von  Welfs  Heer  im  Rücken  anzugreifen
und  ihn  dadurch  zum  Stehen  zu  bringen.  Welf  wurde  eingeholt
und  mußte  sich  den  8.  Februar  zum  Kampfe  stellen:  er  erlitt  eine  .  e#r.
vollständige  Niederlage,  die  über  das  Schicksal  seines  ganzen  Aufstandes
  gleich  endgültig  entschied.  Die  völlige  Vernichtung  seines
Heeres  wurde  nur  durch  die  hereinbrechende  Nacht  abgewandt;  voch
war  es  völlig  aufgelsst.  Welf  selbst  entging  nur  mit  äußerster  Noth
der  Gefangenschaft:)  ja,  so  vollständig  war  der  Sieg  Heinrichs  und

*

I)  ib.  205.  Et  quoniam  intelleximus,
  vos  15  diebus  ante  natale  domini
  velle  apud  Bavenberch  oum  prineipibus
  Sazonine  colloquium  haberc,
inoerti,  quid  agere  debeamus,  ad  vestram
  celsitudinem  mittere  curnvimus..
Nostri  desiderii  esset,  ut  ad  res,  duas
eirca  partes  Sazoniac  gerere  disposuistis,
  nostrum  laborem  et  expensam
reservaretie.  Danach  hat  um  Weihnachten
  1149  zu  Bamberg  eine  Verhandlung
  mit  den  sächsifs  14#  Großen

stattfinden  nt“  Ob  dieielbe  4½  Stande
kam,  ist  un  o  t  Conrad
Wohnacheen  ß  rcn  in  Bambers
  anwesend.  Vgl.  Wibaldi  Ep.  230
und  #•½n  Conrad  III.  p.  172  u.  18

**  Ueber  tenen  Kampf  bei  Flochberg
  berichten:  Hermann.  Altah.
(Mon.  88.  Wo.  381);  Anon.  Wein--J0
  ap.  Hess,  Mon.  Guelf.  p.  48;

Ann.  Weingart.  Welfei  (Mon.  88.
XVII,  309);  Chron.  Elwac.  up.  Per,