Die  letzten  Kämpfe  der  Welfen  gegen  Conrad  III.  87
schon  deshalb  feindlich  gesinnt  war,  weil  er  einen  seiner  Verwandten
gefangen  genommen  hatte  und  im  Kerker  festhielt.)  Man  dachte  an  eine
strenge,  ja  blutige  Bestrafung  der  in  Gefangenschaft  gerathenen  Aufrührer,
  denen  gegenüber  es  nicht  nöthig  sei,  die  sonst  üblichen  gesetzlichen
  Formen  zu  beobachten.)  Obgleich  Conrad  diesen  energischen
Vorschlägen  anfangs  ein  williges  Ohr  geliehen,  ja,  wie  es  scheint,
schon  einen  mit  Aufbietung  aller  Kräfte  zur  völligen  Vernichtung
Welfs  zu  unternehmenden  Zug  angesagt  hatte,)  so  siegten  schließlich
doch  die  mildere  Ansicht  und  die,  welche  zur  Gnade  riethen:  ihnen
hatte  sich  auch  des  Königs  Neffe,  Herzog  Friedrich  von  Schwaben,
angeschlossen.  Er  übernahm  selbst  die  Vermittelung  und  es  gelang
ihm,  einen  Frieden  zu  Stande  zu  bringen,  der  für  den  völlig  besiegten
  und  in  seiner  ganzen  Stellung  aufs  ernstlichste  bedrohten
Welfen  noch  überaus  günstig  war.  Welf  mußte  sich  Conrad  unterwerfen
  und  versprechen,  künftighin  Ruhe  zu  halten;  dagegen  ließ
Conrad  nicht  nur  alle  ihm  abgenommenen  Gefangenen  frei,  sondern
schenkte  ihm  auch  als  Zeichen  seiner  wiedergewonnenen  Gnade  das
Gut  Märdingen  bei  Donauwörth.“)

Während  so  durch  die  Niederlage  Welfs  VI.  Conrad  nach  der
einen  Seite  hin  freie  Hand  bekam  und  schon  hoffen  konnte,  den  so
lange  beabsichtigten  und  so  oft  immer  von  Neuem  aufgeschobenen
Zug  nach  Italien  endlich  antreten  zu  können,  zog  sich  auf  einer  anderen
  Seite  bereits  ein  neues  Gewitter  zusammen.  Der  ursprüngliche
  Plan  Welfs,  im  Bunde  mit  seinem  Neffen  Heinrich  und  dem
Herzoge  von  Zäringen,  im  Geheimen  vom  Papste,  ja  vielleicht  sogar
von  Friedrich  von  Schwaben  gefördert,  das  Banner  der  Empörung
zu  erheben,  war  theils  wohl  durch  das  frühe  Bekanntwerden,  namentlich
  aber  durch  das  übereilte  Ungestüm  Welfs  selbst,  nicht  zur

Ausführung  gekommen:  ehe  noch

1  ib.  233.  wo  W.  den  Bischof
Hermann  v.  Constanz  bittet,  daß  er
bei  Conrad  darauf  binwirke,  ut  a  domno
Welfone  suisque  ministerinlibus  quendam
  oconsanguineum  meum  et  ibsius
dompi  regis  fdelem,  lleinricum  nomine,
  einc  causa  captivatum  requirat
et  —  dimitti  iubeat.

2)  ib.  234:  in  mente  nostra  erat,
ut  non  wolum.  unus  bomo,  set  multi
morerentur  ulo,  ne  tota  gens
periret.  8  kelsenhi-  die  —
oportere  hominem,  quem  iustus  Dominus,
  qui  iusticias  diligit,  iam  judicadie

  Bundesgenossen,  auf  die  er
vit,  legitimis  induciis  et  interpellstionibus
  in  ius  vocari,  —  als  eine
umit  e.
enigstens  sagt  K.  Peimrich  in
den  ungelie  Berichtr  an  den  griechischen
  Kaiser  Wib.  244:  FPater
meus  generalem  nune  exrbeditionem
super  eundem  Weolfonem  indirit  et
eum  penitus  exterminore  aggreditur.
4)  Anonym.  Weingart.  c.  13

P.  l
Urk.  Friedrichs  J.  aus  dem  J.
Origg.  Guelf.  II,  p.  578.  "

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50.