1150.

m-=



88  1.  Buch.  6.  Kapitel.

hoffte,  im  Felde  standen,  hatte  er  selbst  schon  eine  entscheidende
Niederlage  erlitten.  Doch  war  damit,  wie  Conrad  bald  sehen  konnte,
noch  nichts  Wesentliches  gewonnen.  Welf  selbst  allerdings  war  man,
wenigstens  für  längere  Zeit  los;  daß  aber  der  Herzog  Heinrich  von
Sachsen  durch  die  Besiegung  seines  Oheims  bestimmt  werden  sollte,
die  Waffen,  nach  denen  er  eben  griff,  ohne  sie  gebraucht  zu  haben,
sofort  wieder  niederzulegen,  das  ließ  sich  nicht  hoffen:  im  Gegentheil
ging  die  steigende  Spannung  zwischen  Conrad  und  dem  Sachsenherzoge
  gerade  in  dieser  Zeit  mit  immer  schnelleren  Schritten  einem
kriegerischen  Ausbruche  entgegen.

Ueber  den  Gang  gerade  dieser  Verhältnisse  aber  sind  wir  nur
sehr  mangelhaft  unterrichtet:  aus  den  wenigen  Andeutungen,  die  wir
besitzen,  können  wir  uns  nur  ein  sehr  allgemeines  Bild  von  der
Stellung  Conrads  III.  und  Heinrichs  in  dieser  Zeit  machen.  Sicher
ist  nur  soviel,  daß  der  letzte  Grund  der  immer  feindlicher  sich  gestaltenden
  Stimmung  Heinrichs  schon  vor  dem  Kreuzzuge  erneuerte
Ansprüche  auf  das  Herzogthum  Baiern  waren:  nach  Conrads  Rückkehr
  hat  Heinrich  dieselben  ohne  Zweifel  wieder  zur  Sprache  gebracht
  und  zwar  zunächst  noch  einmal  den  Weg  frievlicher  Unterhandlung
  betreten.  Im  Juli  1150  hielt  Conrad  einen  Reichstag
zu  Würzburg;  auch  Herzog  Heinrich  war  da  zugegen.")  Ohne  Zweifel
ist  damals  auch  die  baierische  Angelegenheit  zur  Sprache  gekommen.
Conrad  ging  aber  nicht  näher  auf  dieselbe  ein,  sondern  setzte  für
ihre  Verhandlung  einen  neuen  Tag  an  auf  den  13.  Januar  1151:
der  Ort  der  Zusammenkunft  sollte  Ulm  sein..))  Durch  diese  neue
Hinausschiebung  ver  von  ihm  immer  dringender  behandelten  Sache
mußte  Herzog  Heinrich  sich  überzeugen,  daß  er  von  Conrad  eine  gutwillige
  Erfüllung  seiner  Forderungen  niemals  erreichen  werde.  Damit
  war  er  denn  auch  entschlossen,  zu  den  Waffen  zu  greifen.

Alles  drängte  somit  zu  neuer  Fehde,  und  wenn  Heinrich  seine
Pläne  und  Absichten  auch  wohl  geheimzuhalten  wußte,  so  konnte
Conrad  die  Lage  der  Dinge  doch  nicht  verkennen.  Auch  traf  er
ganz  in  der  Stille  allerhand  Maßregeln,  die  entschieden  darauf  hin-Relten,
  Heinrich  unschädlich  zu  machen.  Fast  hat  es  den  Anschein,
als  habe  Conrad  einen  sehr  eigenthümlichen,  möglicher  Weise  alleru

  Reg.  9  16.  Vgl.  Jassc,  Con--  peticione  principum  H.  duci  Saxonise
rad  III.  p.  185  n.  55.  ad  expostulandam  bonesioialem  iusti-Ep.

  Wi  vaoldi  319:  Conrad  oiam  curiam  Ulmae  in  ootava  epiphaschreibt

  an  Wibald:  Sinceritsti  tuge  niae  (13.  Jan.)  indigimus.
notum  eit,  quod  nos  ex  consilio  et