Die  letzten  Kämpfe  der  Welfen  gegen  Conrad  III.  89

dungs  für  Heinrich  sehr  gefährlichen  Plan  entworfen.  Um  des  Welfen
  Fordcrungen  auf  Baiern  zu  beseitigen,  begnügte  er  sich  nicht
damit,  dieses  Hergogthum  gegen  seine  etwaigen  Angriffe  zu  schützen:
um  seinen  Feind  ganz  im  Zaume  halten  zu  können,  suchte  er,  wie
es  scheint,  des  Herzogs  Stellung  in  Sachsen  selbst  wankend  zu  machen.
  Die  mehrfachen  Zusammenkünfte  und  Besprechungen  nämlich,
welche  Conrad  nach  seiner  Rückkehr  mit  den  sächstschen  Fürsten  gehabt,
  theils  blos  angesetzt  hat,)  scheinen  vor  allem  den  Zweck  gehabt
z  haben,  sich  ihres  Beistandes  gegen  Heinrich  zu  versichern,  oder
sle  wenigstens  von  einer  näheren  Vereinigung  mit  ihm  abzuhalten.
Wo  für  die  sächsischen  Großen  eigentlich  die  Motive  zu  einer  solchen
Stellung  gegen  den  Herzog  lagen,  ist  nicht  recht  klar:  vermuthen
läßt  sich  nur,  daß  in  Folge  von  Heinrichs  rücksichtslosem,  gewaltthätigem
  Auftreten,  der  Willkür,  mit  der  er  überall  schaltete,  die  Sachsen
  ihm  schon  damals  entgegenzutreten  anfingen,  daß  schon  damals
seine,  namentlich  durch  die  allmähliche  Bewältigung  der  Slaven
immer  höher  steigende  Macht  sie  gegen  ihn  mistrauisch  machte.  Schon
in  dieser  Zeit  hat  in  Sachsen  eine  entschiedene  Misstimmung  gegen
Heinrich  geherrscht,  so  vaß  Conrad  mit  Grund  und  Aussicht  auf  Ersolg
  daran  denken  konnte,  vurch  Aufreizung  der  so  schon  Unzufriedenen
  den  Herzog  in  Sachsen  zu  fesseln.

Heinrich  aber  hatte  in  aller  Stille  seine  Vorbereitungen  getroffen,
  um  im  günstigen  Augenblicke  seine  Ansprüche  auf  Baiern  mit
Gewalt  der  Wassen  zur  Geltung  zu  bringen.  Er  selbst  brach  im
Winter  1150  auf  1151  dahin  auf,)  nachdem  er  zuvor  noch  die  Angelegenheiten
  Sachsens  für  die  Zeit  seiner  Abwesenheit  geordnet
hatte.  Die  Leitung  der  Angelegenheiten  des  Landes  übergab  er  seiner
Gemahlin,  der  Herzogin  Clementia;  als  Helfer  und  Rathgeber  stellte
er  ihr  den  tapfern  und  wohlerfahrenen  Grafen  Adolf  von  Schauenburg
  zur  Seite,  dessen  Ansehn  durch  die  enge  Verbindung  mit  dem
Herzoge  und  die  Auszeichnung,  die  ihm  dieser  erwies,  von  Tage  zu
Tage  stieg  und  nicht  bloß  bei  den  nahen  Slaven,  sondern  selbst  bis
nach  Dänemark  hinein  Geltung  hatte.)

Bgl.  Ep.  Wibaldi  I.  e.

5  Ueber  die  Zeitrechnung  ogl.  die
Hemerbungen,  von  Jassé,  Conrad  III.
p.  193  n.

3)  i  I.  70:  Commisit  ergo
dux  custodiam  terrae  Slavorum  atque
Nordalbinge#rum  comiti  nostro  compositisque

  rebus  in  Sazonis  profectue  est
cum  militia,  ut  reciperet  ducatum
Bavariae.  Porro  ductrix  domina  Clementia
  remeneit  Lunenburg  fuitque
comes  clarissimus  in  domo  ducis  et
oflciosus  in  obsequio  ductricie  paterque
  consilil.  Quam  ob  rem  venera-