100  1.  Buch.  7.  Kapitel.

cher  Weise  geehrt  wurden,  beide  den  Thron  zu  besteigen  schienen.
Nun  gab  es  aber  nur  einen  Mann,  der  diese  Bedingungen  erfüllte:
Conrad  selbst  hatte  sterbend  auf  ihn  hingewiesen.  Daneben  besaß
dieser  noch  andere  Eigenschaften,  die  das  Beste  von  seiner  Herrschaft
hoffen  ließen.

Dieser  Mann,  auf  den  jetzt  aller  Augen  gerichtet  waren,  war
Friedrich,  der  Herzog  von  Schwaben,  des  verstorbenen  Conrad  Neffe.
In  ihm  fanden  die  Fürsten  alle  die  Eigenschaften  vereinigt,  welche
in  so  schweren  Zeiten  zur  Leitung  des  Staates  nöthig  waren.  Im
rüstigsten  Mannesalter  stehend  —  er  war  damals  35  Jahr  alt  —
war  er  durch  hohe  und  edle  Gesinnung,  Stärke  und  Festigkeit  des
Charakters,  Lebe  zum  Vaterlande,  Gerechtigkeit  und  Weisheit  eben
so  ausgezeichnet,  wie  durch  Kenntniß  des  Krieges  und  Tapferkeit,  die
aber  verbunden  war  mit  offener  Neigung  zum  Frieden.  Von  ihm
hoffte  man  eine  glückliche  Lösung  aller  von  seinem  Vorgänger  ungelöst
  zurückgelassenen  Fragen.  Namentlich  aber  glaubte  man  gerade
von  ihm  am  Ersten  eine  friedliche  Ausgleichung  des  so  verderblichen
Zwistes  seines  Hauses  mit  dem  der  Welfen  erwarten  zu  dürfen.
Denn  Friedrich  selbst  hatte  welfisches  Blut,  gemischt  mit  staufischem
in  seinen  Adern,  indem  er  väterlicherseits  von  den  Hohenstaufen,
mütterlicherseits  dagegen  von  den  Welfen  abstammte.  Seine  Mutter
  war  Judith,  die  Schwester  Heinrichs  des  Stolzen.  Er  stand
daher  Heinrich,  dem  Herzoge  von  Sachsen,  verwandtschaftlich  sehr
nahe,  und  bei  der  Gesinnung,  welche  er  schon  früher  mehrfach  bethätigt,
  namentlich  auch  durch  die  erfolgreiche  Friedensvermittelung  zwischen
  Conrad  und  Welf  VI.  gezeigt  hatte,  ließ  sich  von  ihm  eine
friedliche  und  endgültige  Lösung  des  verderblichen  Streites  hoffen.
So  einigten  sich  denn  alle  Fürsten  dahin,  ihn  zum  König  zu  erheben,
  und  einstimmig  geschah  seine  Erwählung.)

1)  Wie  gerade  dieser  Gesichtspunkt
entschieden  ehgebalten  wurde,  zeigt
2:  Huius  con-Attn

  #r  aanues  in  famaue  Personam
  tam  unanimis  assensus  ratio,  ut
recolo,  haec  fuit:  Duo  in  Romano  orbe
apud  Galliae  Germaniacvo  fines  famosae
familiae  hactonus  fuere,  unn  Henricorum
  de  Gueibelinga,  alia  Guelforum
de  Altdorfio,  altern  imperatores,  altern.
magnos  duces  producere  solita.  Istae,
ut  inter  viros  magnos  gloriacque  avidos
  assolet  fleri,  frequentor  sese  invicem

  aemulantes  reipublicae  quietem
multoties  perturbarunt.  Nutu  vero
Dei,  ut  creditur,  paci  populi  sui  in
posterum  providentis,  sub  Henrico
quinto  factum  est,  ut  Fridericus  dux,
Pater  huius,  qui  do  altera,  id  est  de
regum  familia  descenderat,  de  altera
Ienrici,  scilicet  Noricorum  qucis  llliam
in  uzorem  acciperet  ex  enqdue  Fridericum,
  qui  in  praesentiarum  est  et
regnat.  generaret.  Principes  —  ergo
non  solum  industriam  ao  virtutem  iam
sache  dioti  iuvenis,  sed  etiam  hoc,