Die  Vereinigung  der  Welfen  und  Hohenstaufen.  101

Herzog  Heinrich  von  Sachsen  ist  allem  Anscheine  nach  selbst  bei  1122.
der  Wahl  zugegen  gewesen.  Auch  hat  er  die  Bedeutung  derselben
für  das  Schicksal  seines  Geschlechts  sehr  wohl  erkannt  und  sich  dem
neuen  König  von  vornherein  offen  und  ehrlich  angeschlossen.  Er
war  unter  den  wenigen,  welche  Friedrich,  nachdem  ihm  in  Frankfurt
  die  Huldigung  geleistet  war,  zu  Schiff  auf  dem  Main  und
Rhein  nach  Sinzeche,  von  dort  auf  dem  Ritt  nach  Aachen  begleiteten
  und  der  Krönung  des  Neuerwählten  durch  den  Erzbischof  Arnold
von  Cöln  beiwohnten  (9.  März)  ).  Ebenso  scheint  er  ihm  nach  dem  .  März.
Niederrhein  bis  Utrecht  gefolgt  zu  sein:  wenigstens  finden  wir  ihn
noch  zu  Ostern  (April  20)  bei  dem  König  in  Cöln.  Mit  ihm  zugleich  20.  Apr.
weilten  dort  auch  Herzog  Welf  VI.  und  Albrecht  der  Bär.-)

Die  ersten  Monate  seiner  Herrschaft  wandte  Friedrich  I.  mit
Eifer  zur  Beilegung  der  heftigem  Streitigkeiten  an,  welche  eine  ruhige
  und  nachdrückliche  Entfaltung  seiner  Macht  hätten  hindern  können.
  Die  bedeutendste  darunter  war  die  Angelegenheit  der  Welfen:
leicht  war  die  Ordnung  dieser  bereits  mehrfach  gegen  die  Welfen  entschiedenen
  und,  wie  es  schien,  bereits  zu  ganz  festen  Verhältnissen
gestalteten  Sache  nicht;  sie  bedurfte  langer  und  vorsichtiger  Einleitung.
  Denn  durch  ein  voreiliges  Handeln  konnte  Friedrich  es  leicht
dahin  bringen,  daß  er  sich  zwar  die  Welfen  versöhnte,  dafür  aber
in  dem  ihm  selbst  verwandten,  schnell  zu  Macht  gelangten  Hause
in  Baiern  sich  einen  neuen,  nicht  minder  gefährlichen  Feind  schuf.
Aber  offenbar  hatte  er  sich  ein  unermüdliches  Betreiben  dieser  so
entscheidenden,  für  seine  eigene  Machtstellung  maßgebenden  Frage
vorgenommen  und  dem  jungen  Herzog  Heinrich  von  vornherein  so
bindende  und  bestimmte  Zusagen  für  seine  Wiederherstellung  in  Baiern
  gegeben,  daß  dieser,  durchaus  befriedigt  und  seiner  Sache  gewiß,
nicht  anstand,  sich  rückhaltlos  an  den  König  anzuschließen  und  sich
ganz  dem  Dienste  desselben  zu  widmen.

In  engstem  Zusammenhange  mit  Friedrichs  Bemühungen  dem
Reiche  den  inneren  Frieden  wiederzugeben  und  der  beschlossenen  vollkommenen
  Aussöhnung  mit  den  Welfen  stand  auch  sein  Streben,
den  Zwist  mit  den  Zäringern,  den  Gegnern  Conrads  III.  und  Verbündeten
  Heinrichs  von  Sachsen,  endlich  beizulegen.  Auch  hier

quod  utriusque  sanguinis  con-  dissidentiam  unire  posset.
sors,  tamquam  angularis  lapis  1  Reg.  19.
trorumque  borum  DParietum  2)  Reg.  20.