Die  Vereinigung  der  Welfen  und  Hohenstaufen.  103

nisses  mußte  er  auf  dem  Reichstage  selbst  die  Pflichten  eines  Vassallen
  erfüllen,  indem  er  dem  in  feierlicher  Procession  einherschreitenden
  Könige  das  Reichsschwert  vorantrug.)  Freilich  war  mit  dieser
Entscheidung  keiner  der  beiden  Kronprätendenten  zufrieden:  Knud
nicht,  well  er  für  unberechtigt  erklärt  war,  Svend,  weil  er  die  Oberboheit
  Deutschlands  hatte  anerkennen  müssen.  Beide  klagten  den  König
  einer  listigen  und  treulosen  Handlungsweise  an;  unzufrieden
kehrten  sie  nach  Dänemark  zurück,  Knud  mit  dem  entschiedenen  Vorsatze
  sein  Glück  doch  noch  einmal  mit  den  Waffen  zu  versuchen,  Svend
mit  der  Hoffnung,  sich  je  früher  je  besser  dem  lästigen  Lehensverhältniß
  zu  entziehen.  Es  dauerte  daher  nicht  lange,  so  brach  der
kaum  beendete  Streit  zwischen  beiden  von  Neuem  los  und  bot  namentlich
  dem  Herzoge  von  Sachsen  die  beste  Gelegenheit,  seinen  Einfluß
auf  das  ohnmächtige  Dänemark  zu  befestigen,  ja,  sich  in  den  inneren
Zwist  in  der  willkürlichsten  Weise  einzumischen.

Auf  diesem  Reichstage  zu  Merseburg  kam  auch  der  im  Anfange
des  Jahres  zwischen  Heinrich  und  seinem  alten  Gegner,  dem  Markgrafen
  Albrecht,  um  das  Erbe  des  Grafen  Hermann  von  Winzenburg
  und  des  Grafen  von  Plötzke  ausgebrochene,  und  mit  Heftigkeit
geführte  Streit  zur  Sprache,  und  Friedrich  bemühte  sich  eifrigst,  die
Hadernden  zu  versöhnen.  Aber  alle  seine  Vermittelungsversuche
blieben  unbeachtet.  Erst  später  kam  eine  Aussöhnung  zu  Stande,
indem  man  den  streitigen  Besitz  unter  beide  Parteien  vertheilte:  der
Markgraf  erhielt  die  sämmtlichen  Besitzungen  des  Grafen  von  Winzenburg,
  während  die  des  Grafen  von  Plötzke  an  Herzog  Heinrich
fielen.

Nach  der  Beendigung  des  Merseburger  Reichstages  scheint  sich

lebris  apud  Marcipolim,  ubi  Principes
Danoram  consoederati  sunt,  Svein
coronoto  in  regem,  caeteris  eidem
dominin  subactis.  —  Otto  Fris.  II,  5.
Saxo  Grem.  p.  692.  Kuytl.  Sega

e.  109.

1)  Böhmer  Reg.  2305:  Svend  rez
Danorum,  qui  ibidem  regnum
uscepit  de  manu  domini  regie.
  Knut  alter  Danus,  qui  ibidem
regnum  in  manum  domini  regis  refutavit.
  Otto  Fris.  1.  c.:  Petrus  gladium
  regis  sub  corona  incedentis  portarit.
  Auch  in  einer  Urk.  Herzog
Heinrichs  tritt  Svend  als  Zeuge  auf:
Reg.  22.

2)  In  dieser  Weise  ist  wohl
einfachsten  der  Widerspruch  zu  1/
der  Latfindet  zwischen  Holm.  I,  73:
Dissensio  autem,  quao  erat  inter
duuem  et  marchionem  se  dari  non
poterat  eo,  quod  principes  elati
regis  udhuc  recentis  monita  Par#i
Penderent,  —  und  Ann.  Palid.  p.
86:  Contentio  principum  Ueinrici  ducis
et  Adelberti  warchionis  propter  hereditates
  comitum  Bernardi  et  Heremanni
mutuis  depredationibus  et  incendls
Plurimum  leeerat  regionem;  at  ubi
rofulsit  sol,  qui  tunc  erat  in  nubilo,
ineliti  torro  bellorum  motus  festinato
represserunt  atque  ut  possessio  Bern-