Friedrichs  I.  Römerzug.  113

Unter  den  zur  Romfahrt  zusammenströmenden  Fürsten  fehlte  us-.
natürlich  auch  Herzog  Heinrich  von  Sachsen  nicht.  Das  Heer  ging
über  Brixen,  Botzen  und  durch  das  Trientiner  Thal.  Nach  Uebersteigung
  der  Alpen  folgte  es  dem  Laufe  der  Etsch  und  bezog  zunächst
in  den  Gefilden.,  die  sich  zwischen  Verona  und  dem  Gardasee  ausdehnen,
  ein  Lager.)  Während  sich  Friedrich  I.  hier  bemühte,  die
Gewaltthaten,  welche  seine  Krieger,  von  Mangel  bedrängt,  auf  dem
Marsche  an  einigen  Kirchen  und  Klöstern  verübt  hatten,  durch  Schenkungen
  wieder  gut  zu  machen,)  benutzte  Herzog  Heinrich,  der  seinem
Vetter  in  allen  Dingen  treu  zur  Seite  stand,  die  Gelegenheit,  auch
seine  eigenen  Interessen  wahrzunehmen  und  die,  wie  ganz  Italien
der  Beeinflussung  des  deutschen  Reichs,  so  in  den  letzten  wirrevollen
Jahren  seiner  Aufsicht  etwas  entrückten  Besitzungen  seines  Hauses
in  Italien  neu  zu  ordnen  und  zu  sichern.

Denn  wie  die  Welfen  in  dieser  jüngeren  Linie  ja  aus  Ztalien
stammten,  so  waren  sie  auch  dort  noch  reich  begütert  oder  machten
doch  auf  sehr  bedeutende  Landstriche  Anspruch,  wenn  dieselben  in  den
letzten  Jahren  auch  nicht  faktisch  in  ihrem  Besitz  gewesen  waren.
Vor  allem  bezogen  sich  ihre  Ansprüche  auf  die  reiche  Hinterlassenschaft
  der  Markgräfin  Mathilde:  als  der  Enkel  des  einstigen  Gemahls
  verselben,  Welfs  V.,  forderte  sie  jetzt  Welf  VI.  für  sich.  Auch
scheint  ihn  Friedrich  in  diesen  Ansprüchen  unterstützt  zu  haben,  wenigstens
  bilden  die  mathildischen  Güter  einen  fortwährenden  Streitpunkt
  zwischen  ihm  und  dem  Papste,  und  dann  war  er  dadurch,  daß
er  Baiern,  welches  bisher  Welf  VI.  in  Anspruch  genommen  hatte
dem  Sachsenherzog  gegeben  hatte,  gewissermaßen  genöthigt,  denselben,
durch  die  Wiederbefestigung  seines  italischen  Besitzes  zu  entschädigen.
Er  belehnte  ihn  daher  nach  der  Versöhnung  mit  den  Welfen  mit
dem  Herzogthum  Spoleto;  und  daß  er  die  mathildische  Erbschaft  als

Per  Brixzi-Baivariae

  contra  civitatem  Augustensem
  circa  principium  mensis  Octobris
militem  in  Italiam  iturus  collegit.  —
Nec  illustrem  animum  a  tam
illustri  facto  ex  recenter  prola
  ta  in  tam  magnum  imperii
principem  sententia  et  et
binc  obortum  non  parvum  alioram
  principum  murmur  revocare
  poterat,  quin  omnia,
duse  retro  erant,  tamquam
floocipendens  Deo  se  committendo
  in  anteriore  ertenderetur.


Prusz,  Heinrich  der  Lawe.

1)  Otto  Fris.  l.  c.
norum  itaque  et  vallem  Tridentinam
transiens  emensis  Alpium  angustiis
in  campestribus  Veronersium  iuxta
agnum  Gardoe  Custrametatur.

2  ibid.  Ad  beee  braedictam  quaviderentur,

  expianda,  rex  a  toto  cxereitu
collectam  fleri  iubet  et  sie  non  modicam
  ooadunatam  pecuniam  per  quosdem
religiosos  viros  —  cpiscopos  —  remittendam
  et  per  singula  sanctorum  locs.
uae  damnum  passa  fucrant,  dividendam
  statuit.

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