Friedrichs  I.  Römerzug.  117
Galliate  und  Mommo.  Siegreich  beging  er  zwischen  ihren  Trümmern
  das  Weihnachtsfest.)

Mit  dem  Beginne  des  neuen  Jahres  (1155)  zog  Friedrich  über
Vercelli  säüdwärts  nach  Turin,  in  dessen  Nähe  er  den  Po  überschritt.
Chieri,  das  er  wegen  seiner  Widersetzlichkeit  gegen  den  Markgrafen
Guido  von  Montferrat  bestrafen  wollte,  fand  er  von  den  Einwohnern
  verlassen  und  gab  es  daher  nach  einer  Rast  von  wenigen  Tagen
  seinen  Kriegern  zur  Plünderung  und  Zerstsrung  preis.  Ebenso
erging  es  aus  gleichem  Grunde  Asti.  Hier  wurde  auch,  da  durch
das  viele  Hin=  und  Herziehen,  die  Verwüstungen  und  Plünderungen
die  Disciplin  im  Heere  sehr  gelockert  war,  unter  Beirath  der  Fürsten
  und  Heerführer  ein  strenges  Gesetz  gegen  dergleichen  Ausschreitungen
  erlassen.)

Ernstlichen  Widerstand  fand  Friedrich  erst  vor  Tortona.  Diese
Stadt  gehörte  zu  den  treusten  Anhängern  des  stolzen  Mailand  und
hatte  daher  des  Königs  Aufforderung,  aus  diesem  Verbande  auszuscheiden
  und  sich  dem  bisher  auf  das  Aeußerste  angefeindeten  Pavia
anzuschließen,  nur  mit  neuen  Feindseligkeiten  beantwortet.  Die
Folge  davon  war,  daß  sie  geächtet  wurde  und  Friedrich  selbst  mit
dem  ganzen  Heere  zur  Vollziehung  der  Acht  aufbrach.  Während  der
König  mit  der  Hauptmacht  noch  ein  paar  Tage  in  der  Mark  Busca
weilte,  gingen  sein  Bruder  Conrad,  der  Herzog  Berthold  von  Burg
und  der  Pfalzgraf  Otto  von  Baiern,  des  Reiches  Bannerträger,  mit
einer  Abtheilung  als  Vortrab  voran,  um  die  Lage  der  Stadt  zu  erkunden.
  Tortona  liegt  auf  den  letzten  Ausläufern  des  Apennin,
weithinaus  ragend  in  die  lombardische  Ebene,  die  eigentliche  Stadt
beherrscht  von  einer  stark  befestigten  Burg.  Drei  Tage  nach  dem
Aufbruch  des  Vortrabes  folgte  Friedrich  I.  mit  dem  Hauptheere  und
überschritt  mit  Mühe  den  hoch  angeschwollenen  Tanaro,  der  ihn  noch
eine  Zeit  lang  aufhielt.  Gegen  Tortona  vorrückend,  gelang  es  ihm
dann,  den  offen  liegenden  unteren  Theil  der  Stadt  auf  den  ersten
Anlauf  wegzunehmen.  Die  Burg  selbst  aber,  welche  nicht  bloß  von

1)  ibi  d.  —  Trinceps  —  ad  Tieinum
  usque  amnem  —  procedi

Tbi  duos  pontes  ligneos  occupat,
tranemissoque  per  cos  milite  ignibus
tradit.  Deuique  tria  ipsorum  castra
munita  et  decors,  id  est  Mummam,
Gailardam,  Tricam,  quse  ad  expugnationem
  Novariensium  in  ipsorum  territorio
  frmaverant,  expugnata  eremantur.

  —  —  Facta  est  haec  vietoria
mense  Decembri  nateleque  domini
eires  Praedictorum  exeidium  cestrorum
a  principe  cum  magna  celebratur
alecritate.  Vgl.  Böhmer  Reg.  u.  2343
riedrichs  Urk.  d.  d.  22.  Dec.  1154  in
BMeisione'  b  %  Gallan  in  territorio
Tosan

2)  Orr  Fris.  II,  15.

15“.