Friedrichs  I.  Römerzug.  119

gnade  zu  ergeben,  so  wurden  die  Geistlichen  ohne  günstigen  Bescheid  1183.
in  die  Stadt  zurückgeschickt  und  das  Belagerungswerk  mit  erneuten
Kräften  in  Angriff  genommen.  Aber  erst  drei  Wochen  nach  dem
Osterfeste,  um  die  Mitte  des  Monats  April,  fiel  die  hartnäckig  ver=  uortl.
theidigte  Stadt.  Nur  das  nackte  Leben  wurde  den  Bürgern  geschenkt:
  mit  Thränen  der  Wuth  im  Auge  mochten  die  bleichen  und
abgemagerten  Gestalten  zurückblicken  auf  ihre  Stadt,  die  den  Flammen
  zu  gänzlicher  Zerstörung  preisgegeben  ward.))  —  Friedrich
wandte  sich  hierauf  nach  Pavia:  dort  setzte  er  sich  am  Sonntag  Jubilate
  (17.  April)  in  Gegenwart  sämmtlicher  Fürsten  und  unter  dem  ##.  u
Jubel  des  ganzen  Heeres  die  eiserne  Krone  der  Lombardenkönige

auf  das  Haupt.)

Drei  Tage  dauerten  die  Krönungzfestlichkeiten;  dann  brach
Friedrich  wieder  auf  und  zog  mit  dem  Heere  weiter  nach  Süden,  2  n
um  sich  in  Rom  auch  noch  die  Kaiserkrone  zu  erwerben.  Durch  das
Gebiet  von  Piacenza  ging  der  Marsch  auf  Bologna,  in  dessen  Nähe
das  Pfingstfest  gefeiert  wurde.  Den  Apennin  überschreitend  stieg
Friedrich  dann  nach  Tuscien  hernieder?)  Den  ihm  hier  entgegeneilenden
  pisanischen  Gesandten  befahl  er,  ihre  Flotte  zum  Kampfe
gegen  Wilhelm  von  Sicilien  zu  rüsten.  Dann  zog  er  gerades  Wegs
auf  Rom  zu.  Bei  Viterbo  schlug  er  sein=  Lager  auf,  wohin  ihm
Papst  Hadrian  IV.  entgegen  kam.  Schwere  Klagen  brachte  derselbe
da  gegen  die  Römer  vor,  welche,  geleitet  von  dem  schwärmerischen
Arnold  von  Brescia  und  von  seiner  glühenden  Beredtsamkeit  hingerissen,
  der  Herrschaft  des  Papstes  ein  Ende  machen,  das  alte  Rom
mit  seinen  republikanischen  Institutionen  wiederherstellen  wollten.
Bald  erschienen  denn  auch  von  ihnen  Gesandte  und  brachten  Forderungen
  vor,  welche  so  ganz  gegen  das  bisher  anerkannte  Recht  des
Kaisers  und  Papstes  verstießen,  daß  Friedrich  ihren  Wortführer  unwillig
  unterbrach  und  diesen  wirren  Zuständen  bald  mit  gewaltiger
Hand  ein  Ende  zu  machen  drohte.  Die  Gesandten  wollten  diese
Antwort  des  Königs  erst  in  der  Stadt  berichten  und  dann  von

1)  ib.  c.  19,  19,  20  init.  3)  ibid.  Deductis  ibi  cum  magna

2)  Otto  Fris.  II,  20:  Terseta  ciritatis  laetitia  et  impense  tribus
victoria  rex  a  Papiensibus  ad  ipsorum  diebus,  inde  per  Placentiam  transiens
eivitatem  triumphum  sibi  exhibituris  iuxta  Bononiam  Pentccosten  celebrat
invitatur  ibique  en  dominica,  qua  de  ibidem  transcenso  Apennino  eiteri-Jubilate
  canitur,  in  eeclesia  Sancti  orem  Italiam,  qune  modo  Tuscin  vocari
Michselis,  ubi  antiquum  regum  Longo-  Solet,  perlustrat  etc.  etc.
bardorum  palatium  fuit,  cum  multo  4)  ibid.  Rex  ad  urbem  tendens
civrium  tripudio  coropatur.  cirea  Viterbium  castrametatur.