Fricdrichs  I.  Römerzug.  123
Familie  stets  bewiesene  Hingebung  zur  Empfehlung  dienen')  Schon
war  Gerold  im  Begriff,  in  Riddagshausen  das  Mönchsgewand  anzulegen
  und  sich  ganz  von  dem  Getreibe  der  Welt  ins  Kloster  zurückzuziehen,
  als  ihn  die  Botschaft  der  Herzogin  Clementia  erreichte,
daß  sie  ihn  zum  Bischof  von  Neumünster  erheben  lassen  wollte.
Zugleich  ermahnte  sie  ihn,  dem  Rufe  Folge  zu  leisten,  denn  seinem
Verlangen,  sich  ganz  dem  Dienste  Gottes  zu  weihen,  könnte  er  weit
besser  genügen,  wenn  er  sich  dem  so  mühevollen  und  entbehrungsreichen,
  dabei  für  die  Gesammtheit  so  überaus  nützlichen  Werke  der
Slavenbekehrung  widmete.  Auf  den  Befehl  der  Herzogin  geleitete
der  Propst  Ludolf  von  Hagersdorf  den  Gerold  nach  Wagrien,  um
ihn  dort  förmlich  wählen  zu  lassen.  Einstimmig  wurde  er  zum
Nachfolger  des  Vicelin  erhoben.))  So  hatte  die  Wahl  des  dem  Herzoge
  genehmen  Mannes  zum  Bischofe  weiter  keine  Schwierigkeiten
gemacht;  anders  aber  stellte  sich  die  Sache,  als  es  sich  um  seine
Weihe  handelte.

Die  Begünstigung,  welche  Friedrich  I.  vom  Augenblicke  seines
Regierungsantrittes  an  dem  Welfenherzoge  erwiesen  hatte,  die  Verstärkung,
  welche  derselbe  durch  das  ihm  zugesprochene,  wenn  auch
noch  nicht  faktisch  in  seinen  Besitz  übergegangene  Baiern  erfuhr,
mochten  die  übrigen  Fürsten,  welche  aus  der  Schwächung  der  Welfen
  selbst  Vortheil  zegen,  entschieden  verstimmt  haben.  Niemand
aber  war  dem  Herzoge  feindlicher  gesinnt,  als  die  Geistlichkeit,  namentlich
  die  sächsischen  Bischöfe.  Durch  das  Recht  der  Investitur,
das  ihm  der  Kaiser  verliehen,  hatte  Heinrich  einen  bisher  unerhörten
Einfluß  auf  die  kirchlichen  Angelegenheiten  seines  Herzogthums  erhalten.
  Namentlich  der  ihm  so  schon  nicht  eben  freundlich  gesinnte
Erzbischof  von  Bremen  machte  seitdem  gegen  ihn  auf  das  Entschiedenste
  Opposition.  Die  beste  Gelegenheit,  seinem  Unwillen  nachdrücklich
  Luft  zu  machen,  schien  sich  ihm  darzubieten,  als  Herzog
Heinrich  unmittelbar  nach  Erlangung  des  wichtigen  Privilegs  und

1)  Helm.  I,  79:  Episcopalis  electio

domino  duei  reservata  est.  Fuit  autem
eo  tempore  secerdos  quidam  Geroldus

familiuris  principi  propter  continentiam
  vitae
2)  ibid.  Accessivit  ergo  domina

nomine,  Suevia  natus,  parentibus  non
inflmis,  capellanus  ducis,  seientia  divinarum
  seripturarum  adeo  imbutus,
ut  nenimem  in  Salonia  rideretur
habere  parem,  in  oorpore  pusillo
magnanimus,  magister  scholae  in
Brunswich  et  canonicus  urbis  einsdem,

per  litteras  Ludolfum  praepositum  de
Cuzalina  commendetumque  sacerdotem
transmisit  cum  eo  in  Wagirensem
terram  eligendum  in  episcobum.  Accessitque
  petitio  principis,  cleri  plebisque
  concors  eleotio.

1155.