124  1.  Buch.  8.  Kapitel.

nachdem  er  von  dem  ihm  dadurch  zustehenden  Rechte  nur  einmal
Gebrauch  gemacht  hatte,  mit  Friedrich  I.  nach  Italien  aufgebrochen
und  das  sächsische  Land  bloß  dem  Schutze  seiner  Gemahlin  und  des
Grafen  Adolf  von  Schauenburg  anvertraut  war.  Ja,  manche  mochten
  daran  denken,  der  schnell  aufstrebenden  Macht  des  Herzogs  mit
Gewalt  Schranken  zu  setzen.  So  befestigte  der  Erzbischof  von  Bremen
in  entschieden  feindlicher  Absicht  gegen  Heinrich  seine  Burgen  Stade,
Harburg,  Bremervörde  und  Freiburg  und  begann  Rüstungen  zum
Kampfe.)  Ja,  von  einer  Verbindung  der  sächsischen  Großen  mit  den  Edlen
Baierns  ging  die  Rede,  und  es  ist  daher  nicht  ganz  unwahrscheinlich,  daß
auch  Herzog  Heinrich  Jasomirgott  in  diesem  Verbande  stand,  um  sich  so
der  Entziehung  Baierns  auf  das  Entschiedenste  zu  widersetzen.  Die
Wegnahme  seiner  reichen  Lehen,  die  auf  den  roncalischen  Gefilden  gegen
ihn  ausgesprochen  wurde,  mochte  den  Erzbischof  von  Bremen  noch
mehr  zur  Feindschaft  gegen  den  Herzog  treiben:  im  Böhmerwalde
sollte  zwischen  ihm  und  den  übrigen  Feinden  des  Welfen  eine  Zusammenkunft
  zur  Besprechung  und  Festsetzung  der  zu  ergreifenden
Maßregeln  stattgefunden  haben.))  Aber  den  Anhängern  des  Herzogs,
seiner  Gemahlin  und  dem  Grafen  Adolf  von  Schauenburg,  waren
die  verderblichen  Pläne  ihrer  Gegner  nicht  verborgen  geblieben,  und
als  daher  Hartwig  nach  jener  Zusammenkunft  in  sein  Erzstift  zurückkehren
  wollte,  vermuthlich  um  die  entscheidenden  Maßregeln  zu  ergreifen,
  da  wurde  ihm  von  den  Herzoglichen  einfach  der  Durchgang  verwehrt.))
  Er  war  von  seinem  Sitze,  seinen  Bundesgenossen  und
Hülfsmitteln  abgeschnitten  und  damit  die  Unternehmung,  der  nun
ihr  mächtiges  Haupt  fehlte,  gleich  im  Keime  erstickt.  Der  Erzbischof
mußte  so  unfreiwillig  längere  Zeit  im  östlichen  Sachsen  bleiben:
fast  ein  Jahr  dauerte  dieses  Exil,  während  dessen  Hartwig,  wie  es
scheint,  seinen  Aufenthalt  meistens  in  Merseburg  nahm.  Dorthin
begab  sich  daher  der  zum  Bischof  von  Oldenburg  erwählte  Gerold,
um  sich  von  seinem  Metropoliten  weihen  zu  lassen.  Daß  er  aber
unter  diesen  Umständen  eine  entschieden  ungünstige  Aufnahme  finden

1)  ibid.  llle  enim  duoi  ab  initio
infensus,  tune  vero  amplius  insidiabatur
  calcaneo  eins,  eo  quod  dux
occupatus  esset  expeditione  Italica  et
Ccommunita  sunt  contra  eum  castra
episcopi  Staden,  Vorden,  Horeburg,
Friburg.

2)  ibid.  In  diebus  illis  orientalis
Sazoniae  principes  et  aliqui  de  Bararia

  oonspirationis,  ut  dicebatur,  gratia
condixere  colloduinm  eocatusque
archiepiscopu#s  occurrit  eis  in  salto
Bohemico.

3)  ibid.  Quo  posten  reditum  maturunte
  vetitus  est  a  ducensibus  redire
in  parochiam  suum  esxchususque  mansit
  toto  pene  anno  in  orientali  Saxonia.