Friedrichs  I.  Römerzug.  125
würde,  war  zu  erwarten  gewesen.  Ja,  Hartwig,  der  wegen  der
Durchkreuzung  seiner  Pläne  natürlich  auf  Repressalien  dachte,  ging
eben  damals  damit  um,  einen  andern  zum  Bischof  von  Oldenburg
zu  erheben..)  Die  Vorstellungen  des  Gerold  und  der  Seinen,  die
Erinnerung  an  die  Einmüthigkeit  der  Wahl,  die  trefflichen  Eigenschaften
  des  Erwählten  brachten  keine  Aenderung  in  seinem  einmal
gefaßten  Entschluß  hervor:  sobald  er  nach  Bremen  zurückgekehrt  sein
würde,  erklärte  Hartwig,  werde  er  die  Angelegenheit  unter  Beistand
des  Domcapitels  ordnen.)  Gerold  sah  ein,  daß  alle  ferneren  Bemühungen,
  den  Erzbischof  umzustimmen,  vergeblich  sein  würden:
er  sandte  daher  seine  Begleiter,  den  Propst  Ludolf  und  die  übrigen
Geistlichen  nach  Wagrien  zurück,  während  er  selbst  sich  nach  Schwaben
  begab,  um  von  dort  aus  seinem  Herzoge  Nachricht  über  das  Vorgefallene
  zu  geben  und  ihn  um  Rath  und  Hülfe  zu  bitten.)
Herzog  Heinrich,  dem  diese  Gelegenheit,  sein  Investiturrecht  trotz
des  Widerspruchs  seiner  Gegner  geltend  zu  machen  und  so  denselben
für  alle  Zeit  zum  Schweigen  zu  bringen,  sehr  gelegen  kam,  forderte
den  Gerold  auf,  schleunigst  zu  ihm  nach  der  Lombardei  zu  kommen:
er  sollte  ihn  nach  Rom  begleiten  und  vom  Papste  selbst  wollte  Heinrich
  ihm  die  Weihe  erwirken.)  Gelang  dies,  so  war  des  Herzogs
neuerworbenes  Recht  vom  Haupte  der  Kirche  selbst  anerkannt  und
alle  Bischöfe  und  Erzbischöfe  konnten  es  ihm  dann  auf  die  Dauer
nicht  streitig  machen.  Dem  Gebote  des  Herzogs  Folge  leistend  machte
sich  Gerold  sofort  auf.  Doch  erlitt  seine  Reise  dadurch  eine  Verzsgerung,
  daß  er  unterwegs  von  Räubern  überfallen,  ausgeplündert
und  schwer  verwundet  wurde.  Sobald  es  ihm  sein  Zustand  aber
irgend  erlaubte,  so  machte  er  sich  wieder  auf  den  Weg:  vor  Tortona

Hibid.  Surgens  ergo  noster  eleetus
  abiit  post  eum  in  Saxoniam  qunesitumque
  reperit  apud  Marcipolim,

demutare  1.  Enimvero
krarperitamn  qusnden  i  in  *“*5*  illis
ene  erga  se  meritum  hoc  bonorc
remunerare  decrererat  magna  qusedam,
  sed  superracua  de  divitiis  huius
s——-  iaetitans.

Audito  ergo  adventu  domini
  Gerold  berturbatus  est  animo
coepitque  velle  irritare  electionem,
praetendens  immaturam  ecclesiam  et
Personis  adhuc  quasi  vacusm,  sine
sui  permissione  nec  eligerc  nee  discernere
  quicquam  Posse.  At  nostri  ostendere

  coeperunt  ratum  esse  opus  eleotionis,
  quam  perfeeisset  postulatio
Principis,  concordie  cleri,  aptitudo
bersonae.  Tunc  archiepiscopus:  Non
est,  inquit,  buius  temporis  vol  loei
talium  explanatio,  expediet  hanc  causam,
  cum  rediero,  capitulum  Bremense.
3)  ibid.  Videns  ergo  electus  archie-Piscopum
  adversantem  sibi  remisit
Ludolfum  pracpositum  et  os,  qui  cum
ipso  venerant,  in  Wagiram,  ipse  vero
auceinctus  abiit  in  Sueviam,  designaturus
  duci  per  nuncium  suum  de  statu
suo.
4)  ibid.  Cui  dur  remandavit,  ut
celerins  veniret  in  Langobardiam  voluti
  procoessurus  cum  ipso  Romum.