Die  Zustände  im  Slavenlande.  131

haltung  ihres  Gelöbnisses  außerdem  noch  durch  die  Stellung  von
Geiseln  bekräftigen.)

Damit  war  die  baierische  Streitfrage  erledigt,  aber  doch  nur
nach  einer  Seite  hin.  Herzog  Heinrich  war  befriedigt,  das  Versprechen,
  welches  ihm  Friedrich  gleich  im  Anfang  seiner  Regierung  gegeben
  hatte,  erfüllt.  Doch  blieb  dem  Kaiser  noch  eins,  und  nicht  eben
das  Leichteste  zu  thun  übrig,  nämlich  seinen  Oheim  zu  versöhnen
und  ihn  für  das  ihm  entzogene  Herzogthum  in  gebührender  Weise
zu  entschädigen.  Erst  wenn  dies  erreicht  war,  konnte  der  langwierige
  Handel  für  beendet  gelten.

Sogleich  nach  Beendigung  dieses  für  ihn  so  wichtigen  Geschäftes
beurlaubte  sich  Herzog  Heinrich  bei  dem  Kaiser  und  eilte  nach  Sachsen
  zurück,  von  wo  er  länger  als  ein  Jahr  abwesend  gewesen  war.
Schon  am  ersten  November  finden  wir  ihn  in  Bremen,  eifrig  mit
den  Angelegenheiten,  die  seiner  geharrt  hatten,  beschäftigt.  Für  die
in  seiner  Abwesenheit  von  den  Friesen  verübten  Feindseligkeiten  ergriff
Heinrich  jetzt  Repressalien,  indem  er  alle  dem  mit  Bremen  viel  Handel
  treibenden  Stamm  der  Rustrer  zugehörigen  Waaren  mit  Beschlag
  belegen  ließ  und  die  Kaufleute  gefangen  hielt.)  Hier  in  Bremen
  erschien  auch  Bischof  Gerold  von  Olvenburg?),  der  eben  seinen
Streit  mit  dem  Erzbischof  von  Bremen  zum  Austrag  gebracht  hatte,
vor  dem  Herzog.  Als  Gerold  nämlich  nach  Empfang  der  Weihe
aus  der  Hand  des  Papstes  nach  kurzem  Aufenthalt  in  Schwaben  in
sein  wagrisches  Bisthum  gekommen  war,  fand  er  sich  bald  in  der
traurigen  Lage,  nicht  zu  wissen,  wovon  er  sein  und  seiner  Geistlichen
Leben  fristen  sollte.')  Die  Kirche  von  Neumünster  nämlich,  auf
deren  Einkünfte  der  Bischof  von  Oldenburg  bisher  vorzüglich  ange-1)

  Otto  Fris.  II,  28:;  TPost  haeec
mediante  Oetobre  imperator  Ratisponam,
  Norici  ducatus  metropolim,  euriam
  cek#braturus  ingreditur,  habens
secum  Henricum,  Henrici  ducis  filium,
in  possessionem  einsdem  ducatus  mittendum.
  —  —  —  lcogitur  sedente  ibi
in  publico  consistorio  imperatorc  iam
Sache  nominatus  Henricus  dux  possessionem
  suam  patrumque  suorum  reei-Pit
  sedem.  Nam  et  proceres  Baioariae
hominio  et  sacramento  sibi  obligantur.
et  eives  non  solum  inramento,  sed
etiam  ne  ullam  vracillandi  facultatem
haberent,  vadibus  obftirmantur.

2)  Helm.  I,  82:  llle  (dux)  enim
#offensus  Fresonibus,  qui  dicuntur  Rustri,

  venit  Bremam  Calendis  Novembris
  et  fecit  comprehendi  quotquot
  ad  forum  venerant,  et  substantias
eorum  diripi.

3)  ibid.  Inde  (i.  e.  Stade)  digressus
  episcopus  noster  Geroldus  abiit
Bremam,  occursurus  duci.

4)  ibi  d.  Post  haec  episcopus  noster,
  accepta  a  duce  licentia,  recessit.
in  Sueviam,  ubi  venerabilis  ab  amicis
susceptus  et  per  dies  aliquot  retentus
divertit  in  Sagxonium.  Deinde  transmissa
  Albia  venit  in  Wagriam,  ingressurus
  laborem,  cui  maneipatus
fuerat.  Deniquc  ingressus  episeopatum
  non  invenit  stipendia,  quibus  vel
ad  unum  mensem  sustentari  posset.

97.

I.  Nov.