Die  Zustände  im  Slavenlande.  133

serlicher  Bevollmächtiger  erschien  in  Sachsen  und  belegte  alle  bischöflichen
  Besitzungen  mit  Beschlag'),  wobei  er  gewiß  von  dem  weltlichen
  Arme  Herzog  Heinrichs  unterstützt  wurde.  Auch  mag  derselbe
manches  von  den  so  erledigten  reichen  Lehen  als  Beute  davon  getragen
  haben.  Dasselbe  Schicksal  wie  Hartwig  traf  den  Bischef  Ulrich
von  Halberstadt.

Bon  Bremen  aus  begab  sich  dann  Herzog  Heimich,  begleitet
vom  Bischof  Gerold,  der  ihn  mit  dem  Bremer  Erzbischof  auszusöhnen
  bemüht  war  ),  nach  Braunschweig  und  beging  dort,  froh  des
neuerworbenen  Ruhmes  und  des  großen  Gewinnes  an  Land  und  Leuten,
  mit  den  Seinen  das  Weinachtsfest.)

Gleich  nach  dem  Feste  brach  Gerold  von  Braunschweig  auf,
um  seine  bischöfliche  Thätigkeit  zu  beginnen.  Denn  jetzt,  wo  er  nach
des  Herzogs  Rückkehr  eine  feste  Stütze  und  den  nöthigen  weltlichen
Schutz  gewonnen  hatte,  wollte  er,  eingedenk  der  von  dem  edlen  Vicelin
  ihm  hinterlassenen  großen  Aufgabe,  sein  wagrisches  Bisthum
nicht  länger  verwaist  lassen:  und  von  nun  an  entfaltete  sich  endlich

die  Mission  unter  den  Slaven  von  Neuem,  welche  seit  der  tödtlichen
Erkrankung  des  Vicelin  und  dann  wegen  des  Zwistes  zwischen  Bischof
  Gerold  und  Hartwig  von  Bremen  fast  ganz  ins  Stocken  gerathen
  war.  Schon  am  Epiphaniastage  langte  Gerold  in  dem  Sitze
seines  Bisthums,  Oldenburg,  an.“)  Aber  wie  traurig  war  der  Anblick,
  den  die  unter  der  schützenden  und  alle  Keime  sorgsam  entwickelnden
  Hand  des  Vicelin  in  schönem  Aufblühen  begriffene  Stadt  jetzt
darbot!  Da,  wo  noch  ein  Jahr  zuvor  eine  allmählich  erstarkende
Stadt,  von  schützenden  Mauern  umgeben,  gestanden  hatte,  fanden
die  Missionare  jetzt  eine  öde,  von  den  Einwohnern  verlassene  Ruine.
Nur  eine  kleine,  dem  Verfall  nahe  Kapelle  zeigte,  daß  hier  einst  die
Stätte  von  Vicelins  gesegnetem  Wirken  gewesen  war.  Mitten  in
dieser  öven  und  wüsten  Umgebung,  die  in  der  winterlichen  Hülle  von

1)  Helm.  I1.  c.  Inrveteratae  enim
inimieitiae,  quae  dudum  fuerant  inter
eos,  eo  tempore  invenerunt  locum
grassandi  eo,  quod  archiepiscopus  omisisset
  Itolieam  profectionem,  transgressor
  iuramenti  essetquc  reus  maicstatis.
  Unde  etiam  legatus  imperatoris
  veniens  Bremam  occupavit  omnes
curtes  episcopales  et  qunecunque  re-Perisset,
  .  flci  iuribus.

.  L.  c.  Interrogatus  autem
s  duce  rseur  noster,  dualiter  susceptus

  fuerit  ab  archiepiscopo,  locutus
est  bona  de  eo  et  studuit  lenire  animum
  eius  circa  episcopum.

3)  ibid.  Redeuntem  ergo  ducem
Brunswig  Prosecutus  est  noster
episcopus  et  erit  cum  eo  festum
u  talis  domin

bid.  —  apleto  rediit  epis-P%
  in  Wagiram  —  et  adiit  Aldenburg
  acturus  diem  salennem.  Epiphaniae
  in  loco  Cathed

1155.

25.Dec.
1156.

.  Ddau.