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138  1.  Buch.  9.  Kapitel.
Angelegenheiten,  sondern  vorurtheilsfreie  Zeitgenossen  haben  es  auch
ganz  offen  ausgesprochen.)

Gleich  jetzt  zeigte  sich  dies  auf  das  Deutlichste.  Der  gewiß
auf  das  Glänzendste  ausgerüstete  Zug  nach  Italien  hatte  viel  Geld
gekostet,  die  so  niemals  günstigen  Finanzen  des  Herzogs  befanden
sich  in  einem  traurigen  Zustande,  die  Schatzkammer  war  völlig  leer.
Es  war  daher  ein  sehr  ungünstiger  Zeitpunkt,  den  Bischof  Gerold
gewählt  hatte,  um  Heinrich  zu  einer  nachhaltigen  Unterstützung  seines
  Bisthums  zu  vermögen.  Denn  daß  dem  gänzlichen  Verfall
desselben  nur  durch  rasche  und  gründliche  Hülfe  vorgebeugt  werden
konnte,  hatte  er  bei  der  Bereisung  seines  Sprengels  erkannt:  die
verfallenen  Mauern,  die  öde  Stille  seines  Bischofsitzes  Olvenburg
selbst  sprachen  lauter  als  alles  andere;  er  selbst  wußte  oft  nicht,
wovon  er  sich  und  seine  Begleiter  ernähren  sollte.  Denn  die  einst
der  Oldenburger  Kirche  zugehörigen  Ländereien  waren  derselben  in
der  Zwischenzeit  entweder  entfremdet  worden  oder  lagen  wüst  und
unbebaut.  Als  sich  deshalb  Gerold  jetzt  an  den  Herzog  wandte  mit
der  Bitte  um  eine  neue  Ausstattung  seines  Bisthums  mit  Gütern
und  Ländereien,  auch  wohl  um  Unterstützung  mit  Geld,  da  war  die
Antwort,  die  er  bekam,  keine  erfreuliche:  Heinrich  hatte  augenblicklich
für  sich  selbst  zu  sorgen,  seine  eigene,  durch  die  Kosten  des  italienischen
  Zuges  erschöpfte  Schatzkammer  zu  füllen:  in  diese  flossen  daher
die  reichen,  von  den  Slaven  erpreßten  Abgaben,  —  während  für  die
Kirche  nichts  übrig  blieb.  Unter  diesen  Umständen,  —  das  sah  Gerold
mit  Schmerz  ein,  war  ein  erfolgreiches  Aufnehmen  des  so  lange
ruhenden  Missionswerkes  nicht  möglich,  und  so  entschloß  er  sich  denn,
wenn  auch  nur  widerstrebend,  zu  fernerer  Unthätigkeit.  Von  Artlenburg
  folgte  er  daher  dem  Herzoge  wieder  nach  Braunschweig  und
ist  dort  fast  ein  Jahr  am  Hofe  geblieben.

Herzog  Heinrich  selbst  hat  sich,  wie  es  scheint,  im  April  ober

zu  Anfang  des  Mai  wieder  zum  Kaiser  begeben,“)  wo  seine  An-1)

  Lgl.  Melmold  l,  68:  In  verüs
autem  expoditionibus,  quas  adhuo
eadolescens  in  Slariam  profectus  exercuit,
  nulla  de  ehristienitate  luit  mentio,
sed  tantum  de  pecunia.  Bgl.  auch  die
Beschwerden  des  Pribislav  I,  83.

elm.  I.  83:  De  promotione
vero  episeopatus  et  ecclesiae  nihil
amplius  eo  tempore  actum  est,  eo
quod  dux  noster  nuper  lItalia

rediens  totus  qunaestui  deditus
  essct.  Camera  enim  erat
inanis  et  vacua.  Redeuntem  ergo
ducem  Brunswich  prosecutus  est
episcohus  et  mansit  apud  eum
diebus  multie.  Dixzitque  ad  ducem:
Eece  iom  uoto  anno  in  curia
vestra  s

3)  Vgl.  Reg  1  r.  50.