Die  Zustände  im  Slavenlande.  139

wesenheit  auch  schon  deshalb  nöthig  gewesen  sein  mag,  weil  gerade
in  diese  Zeit  die  letzten  Unterhandlungen  und  Vereinbarungen  in
der  das  Herzogthum  Baiern  betreffenden  Streitfrage  fallen.  Friedrich
  I.  selbst  war  in  dieser  ihm  so  hochwichtigen  Angelegenheit  unermüdlich
  thätig.  Nachdem  er  das  Pfingstfest  in  aller  Stille  verbracht
  hatte,  hatte  er  eine  neue  Zusammenkunft  mit  seinem
Oheim  Heinrich.  Dieselbe  fand  wiederum  in  der  Nähe  von
Regensburg  statt.  Jetzt  endlich  gelang  es  dem  Kaiser,  den  hartnäckigen
  Wiverspruch,  mit  dem  Heinrich  Jasomirgott  bisher  jede,
selbst  die  günstigste  Ausgleichung  abgeschlagen  hatte,  zu  besiegen:
der  bisherige  Herzog  von  Baiern  erklärte  sich  nun  endlich  bereit,
auf  den  für  ihn  so  vortheilhaften  Entschädigungsplan  einzugehen
und  das  bieher  so  hartnäckig  in  Anspruch  genommene  Herzogthum
dem  Welfen  zu  überlassen.)

Um  die  Mitte  des  Juni  1156  begab  sich  Herzog  Heinrich  von
Sachsen  dann  nach  Würzburg,  um  den  Festlichkeiten  beizuwohnen,
mit  denen  die  Vermählung  Friedrichs  I.  gefeiert  werden  sollte.  In
erster  Ehe  war  Friedrich  nämlich  mit  Adelheid,  aus  dem  Geschlechte
der  Grafen  von  Vohburg,  verbunden  gewesen:  sie  hatte  ihm  aber
keine  Leibeserben  geschenkt,  auch  sollen  über  ihren  Wandel  nachtheilige
  Gerüchte  im  Munde  der  Leute  gewesen  sein,  welche  sie,  nachdem
  ihre  Ehe  mit  Friedrich  unter  dem  Vorwande  zu  naher  Verwandtschaft?)
  gelöst  worden  war,  durch  Eingehung  einer  neuen  mit
einem  Dienstmanne  nicht  eben  Lügen  strafte.  Friedrich  selbst,  der
erst  die  Absicht  gehabt  hatte,  sich  mit  dem  griechischen  Kaiserhause
zu  verschwägern,)  ging  einen  neuen  Bund  ein  mit  der  schönen
Beatrix,  der  Tochter  des  Grafen  Reinhold  von  Burgund,  —  eine
Vermählung,  die  ihm  auch  äußerlich  großen  Gewinn  brachte:  denn
er  erwarb  durch  seine  neue  Gemahlin  Burgund  und  die  Provence.)
Um  die  Mitte  des  Juni  wurde  die  Vermählung  zu  Würzburg  ge-1)

  Otto  Fris.  II,  29:  Imperator
ad  Baicariam  rediens  Vies  Pentecostes
in  quodam  castro  Ottonis  palatini
Prisatus  erat.  Prorima  dehinc  feria
tertia  non  longe  a  civitate  Ratispona
Patraum  suum  Henricum  ducem  alloquens,
  ad  trunsactionem  cum  altero
itidem  Henrico  faciendam  tum  demum
inclinavit.

2)  Bgl.  die  Tabula  consanguinitatis
Friderici  primi  regis  et  Adelae  reginae
in  den  Ep.  Wibaldi  408,  die  nach

Jaffés  Anmerkung  ibid.  mit  Recht  ins
*3  1153  W  g  setzen  ist.
3)  Ep.  ald.  410:  —  .  thalamum
  nobis  4  aula  imperii  tai  Preparari
  et  de  sanguine  tuo  uxorem
ducere  Deo  annuente  desideramus.

4)  Otto  Fris.  IL  29:  Quam  im-Perator
  in  watrimonio  sortitus,  non
solum  Burgundiem,  sed  et  Provineiam,
imperio  iam  diu  alienatas  sub  uxoris
titulo  —  familiariter  possidere  coepit.

1156.

15.  Dun.