1156.

25.  Jul.

mit  welcher  der  Herzog  die  Friesen  heimsuchte.

140  1.  Buch.  9.  Kapitel.

feiert.  Es  waren  glänzende  und  frohe  Tage,  von  allen  Seiten  waren
die  deutschen  Fürsten  und  Herren  herbeigeströmt,  um  das  Fest  ihres
Kaisers  durch  ihre  Gegenwart  zu  verherrlichen.))

Nach  Ablauf  ver  festlich  bewegten  Tage  zu  Würzburg  kehrte
Herzog  Heinrich  nach  Sachsen  zurück:  am  25.  Juli  finden  wir  ihn
in  Braunschweig,  bei  ihm  den  Bischof  Bernhard  von  Paderborn,
den  Kanzler  Reinald,  den  Grafen  Adolf  von  Schauenburg,  die  Brüder
  Volkwin  und  Widukind  von  Schwalenberg.)

Vermuthlich  in  diese  Zeit  gehört  eine  kriegerische  Unternehmung,
Wir  haben  bereits
gesehen,  wie  er  unmittelbar  nach  seiner  Rückkehr  aus  Italien  einen
Stamm  derselben,  die  Rustrer,  durch  Ausschließung  von  dem  Bremer
Markte  und  Beschlagnahme  ihrer  Waaren  für  einige  gegen  ihn  begangene
  Beleidigungen  empfindlich  gestraft  hatte:  vermuthlich  war
in  Folge  dessen  die  Spannung  gewachsen,  die  Räubereien  häufiger
und  heftiger  geworden,  so  daß  der  Herzog  schließlich  zur  Wiederherstellung
  seines  Ansehens  zu  den  Waffen  greifen  mußre.  Doch  warihm
  das  Glück  diesmal  nicht  günstig:  es  gelang  ihm  nicht,  über  die
durch  ihr  sumpfiges  Land  trefflich  geschützten  Friesen  einen  entscheidenden
  Vortheil  zu  gewinnen,  unverrichteter  Sache  und  nicht  ohne
Verlust  mußte  er  nach  Sachsen  zurückkehren.?)

Die  für  diesmal  gescheiterte  Unternehmung  mit  neu  gesammelten
  Kräften  sofort  wieder  aufzunehmen,  war  Heinrich  für  den  Augenblick
  behindert.  Denn  wichtige  Geschäfte  riefen  ihn  von  Neuem  an

1)  ibid.  Sequenti  dehinc  hebdomada
  in  eiritate  orientalis  Franeia
Herbipoli  regio  apparatu  multa  prineipum
  astipulatione  iuncta  sibi  Beatrieci,
  Reinaldi  comitis  flia,  nuptias
celebrat.  Vgl.  Reg.  n.  51.  Ann.  Herbipolens.
  Mon.  SS.  XVI,  p.  9.  Ann.
Palid.  p.

2)  Reg.  1  n.  52.

3)  Ann.  Palid.  p.  90:  a.  1156.
Henricus  dux  Fresium  hostilitor
  ingreditur,  sed  inucte
rediit.  Von  da  ist  die  Stelle  in

die  Ann.  Stadens.  und  Magdeburg.
  gekommen.  Ann.  .  Petri
Erphesf.  Mon.  88.  XVI,  p.  21.

r
sagen  zum  J.  1156:  lt.  dux  Saxonum
perrexit  ad  debellandum  in  Fresiam;
sed  dux  cum  periculo  quorundem  suorum
  terga  vertit.  ind  dies  die
einzigen  Angaben  über  den  Zug,  dessen

chronologische  Bestimmung  daher  schwierig
  ist.  Doch  wird  er  wohl  in  den
Sommer  des  Jahrs  1156  gehören,  da
die  in  ihren  Angaben  so  genauen  und
die  Zeitfolge  der  Begeben  eiten  gewi
senhaft  beobachtenden  Ann.  Palid.
Eten  erwähnen  wpischen“  den  Lchirnn.
Tagen  von  Würzburg  und  dem  entscheidenden
  Neichiane  von  Regensburg,
ihn  also  in  die  Zeit  Teten  zwischen
17.  September.
r  wird  übrigens,  de-  Helmold  der
Sache  gar  nicht  Erwähnung  thut,  wohl
nur  eine  unbedcutende  Expedition  s
wesen  sein.  Böttiger  H.  d.  L.
159  setzt  sie  in  das  J.  1155  und  zuolr
in  den  November,  gleich  nach  der  Berweisung
  der  Rustrer  aus  Bremen.  Bgl.
die  abenteuerliche  Erzählung  zu  dembiiben
  da  Nabre,  bei  Wiarda,  Oftfries.
es