Die  Zuftände  im  Slavenlande.  141

den  Hof  des  Kaisers:  die  Regelung  der  baierischen  Streitfrage  war
soweit  vorgeschritten,  daß  in  feierlicher  Reichsversammlung  der  endliche
  Abschluß  derselben  vor  sich  gehen  sollte.  Für  die  Mitte  des
Septembers  hatte  Friedrich  die  Fürsten  nach  Regensburg  beschieven,
um  in  ihrer  Gegenwart  die  langjährigen  Feinde  auszusöhnen  und
die  im  Geheimen  vereinbarten  Verträge  rechtskräftig  zu  verkündigen.
Die  Fürsten  fanden  sich  in  großer  Anzahl  bereits  einige  Tage  vor
der  Ankunft  des  Kaisers  in  Regensburg  ein:)  Herzog  Heinrich  von
Sachsen  und  sein  Oheim  Welf  VI.,  des  Kaisers  Bruder  Conrad
und  sein  Neffe  Friedrich,  Herzog  Heinrich  von  Kärnthen,  die  Markgrafen
  Adalbert  von  Stade,  Engelbert  von  Istrien,  Theobald  von
Vohburg,  der  Pfalzgraf  Hermann  vom  Rhein,  Pfalzgraf  Otto  von
Wittelsbach  mit  seinem  Bruder  Friedrich,  viele  Grafen  und  Herren
waren  herbeigeeilt,  um  dem  feierlichen  Akte  beizuwohnen.  Auch  die
hohe  Geistlichkeit  fand  sich  zahlreich  ein:  außer  dem  in  der  baierischen
  Angelegenheit  schon  früher  so  thätigen  Bischof  Otto  von  Freising
  finden  wir  in  Regensburg  den  Patriarchen  von  Aquileja,  den
Erxzbischof  Eberhard  von  Salzburg,  die  Bischöfe  Conrad  von  Passau,
Eberhard  von  Bamberg,  Hermann  von  Brixen,  Hartwig  von  Regensburg
  und  andere.)

Herzog  Heinrich  der  Aeltere  war  nicht  in  die  Stadt  selbst  gekommen:
  zwei  Meilen  davon  entfernt  hatte  er  mit  den  Seinigen
ein  glänzendes  Lager  bezogen.  Nachdem  der  Kaiser  in  Regensburg
eingetroffen  war,  begab  er  sich  am  17.  September,  begleitet  von!V
allen  Fürsten  und  Herren,  in  das  Gefilde  vor  der  Stadt  nach  dem
Lager  seines  Oheims..)  Dort  ging  in  Gegenwart  der  glänzenden
Versammlung  die  endliche  Aussöhnung  der  beiden  Gegner  sowie  die
Veröffentlichung  der  im  Geheimen  vereinbarten  Verträge  über  des
Oesterreichers  Entschädigung  vor  sich.  Es  war  ein  nicht  bloß  für  die
Geschichte  Friedrichs  I.  hochwichtiger,  sondern  ein  über  die  Geschicke
des  Reichs  entscheidender  Augenblick,  als  dort  in  den  Regensburger

1)  Otto  Fris.  II,  32:  Igitur  mediante
  iam  Seplembre  principes  Rotisponae
  conveniunt  ac  per  aliquot
dies  —  imperatoris  praestolaban


27  Vie  alle  finden  sich  als  Zeugen
in  der  bekannten  Urk.  Pgl.  Wattenbach,
Die  er  did  Freiheitsbrief.  p.  34.

uf  d  Privilegium
minus  *  die  ja  nun  endgültig

gelöst  ist,  und  ihre  weitschichtige  Litteratur
  ginzugehen  liegt  bier  ganz  fern

)  c.  Dehine  rrivcipe
  Aarbs  suo  in  —.  Gecurrente,

—  manchbat  enim  ille  ad  duo  Teutonica

milliaria  sub  papilionibus,  —  cunctis
Proceribus  virisque  magnis  accurentibus,
  consilium,  quod  iam  diu  secreto
retentum  celabatur,  publicatum  cst.