Heinrichs  Theilnahme  an  den  dänischen  u.  poln.  Angelegenheiten.  151

mit  zur  bequemsten  Erweiterung  seines  Ansehens  und  seines  Einflusses
  auch  über  die  Grenzen  des  Reichs  hinaus.

Diese  beiden  Richtungen,  die  gegen  die  Slaven  und  die  gegen
Dänemark,  sind  es  denn  auch,  in  welchen  wir  Heinrichs  Thätigkeit
sich  zunächst  bewegen  sehen.

Als  Heinrich  nämlich  von  Regensburg  nach  Sachsen  zurückkehrte,
  fand  er  den  dänischen  Thronstreit  auf  einem  Punkte  angelangt,
  der  ihn  zu  erneuter  Einmischung  und  nachdrücklichem  Eingreifen
  auffordern  mußte.  Auf  dem  gleich  im  Anfange  seiner  Regierung
  zu  Merseburg  gehaltenen  Reichstage  (18.  Mai  1152)  hatte
Friedrich  I.  den  dänischen  Thronstreit  dahin  entschieden,  daß  Svend
als  König  anerkannt,  Knud  aber  durch  Belehnung  mit  Seeland  befriedigt
  werden  sollte.  Svend  aber  hatte  sich  die  so  erworbene  Stellung
  nicht  zu  erhalten  gewußt.  Während  er  sich  nämlich  nach  innen
als  einen  harten  und  grausamen  Herrscher  zeigte,  unter  dessen  schwerem
Joch  das  ganze  Land  seufzte'),  war  er  doch  nach  der  andern  Seite
hin  der  Aufgabe,  die  ihm  gestellt  war,  durchaus  nicht  gewachsen.
Es  wäre  damals  vor  allen  Dingen  darauf  angekommen,  das  vurch
den  langen  Bürgerkrieg  im  Innern  zerrüttete  und  ganz  erschöpfte
Land  gegen  die  verderblichen  Anfälle  und  fürchterlichen  Räubereien
der  Slaven  zu  schützen,  dem  heillosen  Unwesen,  das  viese  trieben,

ein  Ende  zu  machen.  Dies  zu  thun  aber  fehlte  es  dem  Svend  an

ausdauernder  Thatkraft:  er  glaubte  dies  Ziel  ebenso  gut  zu  erreichen,
  indem  er  gegen  Zahlung  großer  Geldsummen  den  Herzog  von
Sachsen  bewog,  den  Schutz  der  dänischen  Küsten  und  die  Bekämpfung
der  seeräuberischen  Slaven  zu  übernehmen.)  Dabei  war  er  von
stetem  Mistrauen  gegen  Knud  erfüllt,  noch  mehr  gegen  den  jungen
Waldemar,  den  er  vergeblich  auf  verrätherische  Weise  zu  beseitigen
suchte.)  Indem  Svend  so  den  Anforderungen,  welche  die  trostlose
Lage  seines  Reiches  an  ihn  stellte,  in  keiner  Weise  gerecht  zu  werden
vermochte,  vermehrte  er  dieselbe  auch  noch  durch  einen  unglücklichen
Winterfeldzug,  mit  dem  er  in  ungegründeter  Eroberungslust  Schweden
heimsuchte.  Der  dadurch  nur  noch  vermehrte  Unwille  des  Volkes
gab  dem  noch  immer  lüstern  nach  der  Krone  blickenden  Knud  eine

Helm.  I,  84:  —  Svein,  Dano-  tens  igitur  rex  nutantes  patriae  res

rum  rex,  et  sectoriarum  Prosperis  et  ism  paene  collapsas  so  proprüis
auccessibus  et  Caesaris  autoritate  fir-  viribus  a  piratica  vindicare  nequire,
matus  in  regnum  gente  aua  crudeliter  Henriei  ducis  —  adversus  Sclavos
abusus  est.  opem  peouniis  promerendem  putavit.

2)  Saro  Gram  p.  707:  Adver-  3)  Saxro  Gram.  p.  708.

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