Heinrichs  Theilnahme  an  den  dänischen  u.  poln.  Angelegenheiten.  155

niederen  Adels  wieder  zu  beseitigen  und  in  ihre  Schranken  zurückzu=  11571.
weisen.  So  war  es  ihm  gelungen,  einen  der  Mörder  des  Grafen
Hermann  von  Winzenburg,  einen  sächsischen  Krieger  Namens  Bernhard,
  in  seine  Hände  zu  bekommen.  Im  December  1156  war  derselbe
  zu  Cöln  vor  den  Richterstuhl  des  Kaisers  gestellt  und  dort  zum
Tode  verurtheilt  worden.")  Noch  näher  ging  dann  Heinrich  vie
Frevelthat  eines  seiner  eigenen  Vassallen  an,  des  Widukind  von
Schwalenberg,  der  dem  Herzoge  persönlich  nahe  stand  und  ven  wir
oft  in  seiner  nächsten  Umgebung  finden.  Eben  deshalb  hat  sich  Herzog
  Heinrich  auch  nur  spät  und  erst  als  Widukinds  Frevel  das
böchste  Maß  erreicht  hatten,  zu  einer  nachdrücklichen  Bestrafung  des
Schuldigen  bewegen  lassen.  Am  5.  Mai  1157  hielt  er  zu  Corvey  .  #a.
einen  Gerichtstag,  um  den  immer  lauter  werdenden  Klagen  gegen
die  Gewaltthaten  seines  Vassallen  endlich  Genüge  zu  leisten.
Widukind  von  Schwalenberg  trug  ebenso  wie  sein  Bruder  Volkwin
  reiche  Güter  von  Corvey  zu  Lehen  und  stand  daher,  wie  auch
schon  sein  Vater,  in  freundschaftlichen  Beziehungen  zu  diesem  Kloster?),
namentlich  seinem  bei  Kaiser  und  Reich  in  hohem  Ansehen  stehenden
Abte  Wibald.  Aber  seine  Habsucht  und  Lust  an  Raub  und  Gewaltthat
hatte  ihn  dies  alles  vergessen  lassen.  Schon  im  Jahre  1152  hatte
er  bei  Nacht  die  Grabstättè  des  Klosters  überfallen  und  von  dort
und  aus  der  dabei  befindlichen  Kapelle  Kostbarkeiten  im  Werthe  von
100  Mark  geraubt.?)  Wibald  hatte  sich  klagend  an  den  Kaiser  und
an  den  Papst  gewendet,  der  letztere  auch  den  Bischof  Bernhard  von
Paderborn  damit  beauftragt,  die  Corveyer  zu  schützen  und  den  räuberischen
  Ritter,  wenn  er  seine  Beute  nicht  gutwillig  herausgeben
und  Genngthuung  leisten  wollte,  mit  dem  Bann  zu  belegen.)  Dieser
Widerstand  scheint  den  Widukind  nur  noch  zu  größeren  Feindseligkeiten
  gereizt  zu  haben.  Uneingedenk  seines  dem  Wibald  geleisteten

1)  Ann.  Colon.  max.  a.  1156  born  schreibt:  W.  Corbeiensis  abbas

(Mon.  SS.  XVII,  765):  Circa  festum
omnium  sanctorum  (1.  Nov.)  Coloniam
venit  (se.  imperator)  et  ab  archiepiscopo
  et  civibus  honoriflee  suscipitur
ibique  quidam  miles  nomine  Bernerdus
aceusatus  a  duce  Saroniae,  quod  in
nece  comitis  IHerimanni  de  Winceburg
noxius  teneretur,  iussu  imperatoris
capite  punitur

2)  Be  r*-  ep.  n.  165,  261
(G.  274,

3)  73  n.  355  (p.  486),  wo
Eugen  III.  an  B.  Bernhard  v.  Padergrarem

  in  auribus  nostris  querclam
deposuit,  qucd  Widikindus  parochianus
  luus  cum  quibusdam  satellitibus
suis  cimiterium  Corbeiensis  monasterii#
violenter  intraverit  et  valens  100  marcarum
  ousu  gsacrilego  inde  abstulerit
neo  non  capellam  —  violavit  et,
quas  ibi  invenit,  ausu  nefario  auferre
Presumpeit.

4)  ibid.  —  alioquin  Widikindum
et  complices  suos  gladio  anathematis
Domino  auctore  percellas.