Heinrichs  Theilnahme  an  den  dänischen  u.  poln.  Angelegenheiten.  159

22.  August  überschritten  wurde..)  Die  Polen  befanden  sich  nun  22.  uu.
gleich  in  vollem  Rückzuge:  ihre  festen  Burgen,  wie  Glogau  und
Beuthen,  verbrannten  sie  und  wagten  trotz  der  ihnen  von  den  Pommern
  und  Preußen  gesandten  Hülfe  nicht  den  Kampf  mit  den  Deutschen
aufzunehmen.  In  schneller  Verfolgung  durcheilte  der  Kaiser,  die
Gegend  verwüstend,  die  Bisthümer  Breslau  und  Posen.  Dadurch
wurde  der  Polenherzog  zur  Unterwerfung  gezwungen.  Er  demüthigte
sich  vor  dem  Kaiser,  gelobte  die  Anerkennung  und  Wiedereinsetzung
seines  vertriebenen  Bruders  und  verpflichtete  sich  zur  Theilnahme
an  der  neuen  Heerfahrt  nach  Italien.")  Nach  Erlangung  dieses
leichten,  freilich  auch  in  seinen  Folgen  nicht  dauerhaften  Sieges
kehrte  Friedrich  und  mit  ihm  die  Fürsten  nach  Deutschland  zurück.
In  der  Zeit,  welche  Heinrich  der  Löwe  so  mit  der  Ordnung
der  sächsischen  Angelegenheiten  und  auf  der  Unternehmung  des  Kaisers
  gegen  Polen  zugebracht  hatte,  war  der  dänische  Thronstreit,  den
sein  Eingreifen  wieder  zur  hell  lodernden  Flamme  geschürt  hatte,
beendigt  und  zu  einer  Entscheidung  gekommen,  welche  dem  so  lange
in  seinen  Grundfesten  erschütterten  Reiche  endlich  wieder  Ruhe  und
damit  die  Möglichkeit  neuer  Erstarkung  gab.  Jenem  Roeskilder  Mordmahl,
  auf  dem  sein  Bundesgenosse  Knud  der  ruchlosen  Tücke  des
Spvend  zum  Opfer  gefallen  war,  war  Waldemar  glücklich  entgangen.
Auch  der  ihm  auf  der  Flucht  neuem  Verderben  nahe  bringenden
Gefahr  des  Schiffbruchs  entfloh  er  glücklich.  In  Wiborg  zuerst
begann  er  alles  gegen  den  treulosen  Svend  aufzuregen.  Von  Tag
zu  Tag  wuchs  die  Zahl  seiner  Anhänger,  ein  großer  Theil  von
Svends  Flotte  ging  zu  ihm  über.  Auf  der  Gratherhaide  bei  Wiborg
wurde  dann  die  Entscheidungsschlacht  geschlagen:  Waldemar  erfocht
einen  vollständigen  Sieg,  Svend  selbst  fand  auf  der  Flucht  den
Tod.)  Damit  war  endlich  Waldemar  aus  dem  jahrelangen  innern
Kampfe  als  Alleinherrscher  hervorgegangen,  und  mit  Recht  kann  man
sagen,  zum  Heile  des  Landes.  Vor  allem  lag  es  dem  neuen,  durch
nachträgliche  Wahl  der  Großen  und  durch  die  vom  Erzbischof  Estkil
vollzogene  Salbung  und  Krönung  als  ganz  rechtmäßig  anerkannten
König  nun  ob,  die  inneren  Wunden  seines  Reichs  zu  heilen.  Erst
wenn  dies  geschehen,  konnte  er  ernstlich  daran  denken,  seinem  Reiche

5)  Vincent.  Prag.  I.  c.  Friedrichs  quoque  Sbelitionem.  Tuslicar
eigenen  Bericht  an  Wibald  s.  Ep.  Wib.  2)  Heim.  I.  81:  obrtauie  Wal-470
  (  6b601).  demarus  i  Danorum,  et  factus
p.  Wibald.  1.  c.  Luravit  est  woderator  pacis  et  filius  pacis.