Heinrichs  Theilnahme  an  den  dänischen  u.  poln.  Angelegenheiten.  161

und  Wöbs,  vergrößert;  auch  in  Oldenburg  erhielt  Gerold  eine  neue  1157.
Besitzung.)  Odbgleich  sich  so  Graf  Adolf  endlich  zu  größeren  Opfern
verstand,  so  that  er  es  doch  auch  jetzt  nur  ungern  und  suchte  den
Bischof  listiger  Weise  zu  übervortheilen.  Als  es  nämlich  zu  einer
Vermessung  dieser  Schenkungen  kam,  ergab  sich,  daß  es  lange  nicht
300,  sondern  höchstens  100  Hufen  waren.  Als  Gerold  deshalb  beim
Grafen  Klage  führte,  so  rechnete  dieser  bei  einer  neuen  Vermessung
doch  300  Hufen  heraus,  angeblich  freilich  nur  dadurch,  daß  er  ein
zu  kleines,  nicht  landesübliches  Maß  nahm  und  auch  die  keinen  Ertrag
  gewährenden  Sümpfe  und  Wälver  mit  in  die  Berechnung  zog.
Auf  die  deshalb  beim  Herzog  geführte  Beschwerde  ordnete  dieser  zwar
an,  daß  bei  der  Vermessung  das  landesübliche  Maß  anzuwenden
und  auch  bloß  das  Ackerland,  also  die  Wälder  und  Moore  nicht  mit,
zu  berechnen  sei.  Trotz  dieses  Befehls  aber  gelang  es  dem  Bischof
Gerold  nicht,  alles,  was  man  ihm  versprochen  hatte,  zu  erlangen
und  selbst  wiederholte  Bitten  beim  Herzog  scheinen  vergeblich  geblieben
  zu  sein.)  "%

Aber  trotz  dieser  mangelhaften  und  mit  kaum  verstecktem  Widerwillen
  geleisteten  Unterstützung  ging  Gerold  nun  an  eine  rüstige
Thätigkeit  und  gelang  es  ihm  auch,  in  seinem  so  lange  verödeten
Bisthum  neues,  frisches  Leben  und  rege  Entwickelung  zu  erwecken.
Namentlich  aber  entfaltete  er  eine  glänzende  Wirksamkeit  in  Neugründungen.
  Zwar  gelang  es  Gerold  trotz  aller  Ehrerbietung  und
aller  Bemühungen  bei  dem  Erzbischof  Hartwig  von  Bremen  nicht,
durch  diesen  die  von  seinem  Bisthum  willkürlich  abgelöste  Kirche  von
Neumünster  zurückzubekommen  und  seinem  Sprengel  damit  wieder
den  früheren  Umfang  zu  geben;  )  doch  berief  er  von  dort  den  Priester

1)  ibid.  His  provocatus  dux  accessivit
  comitem  Adolfum  et  habuit  cum
eo  rationem  de  trecentis  mansis,  qui
oblati  fterant  in  dotem  episcopii.
Tune  designavit  comes  episcopo  in
possessionem  Uthinae  et  Gamalse  cum
eappendiciis  eorum.  Insuper  praedio,
quod  dicitur  Bozoe,  adiccit  duas  villas,
  Gottesvelde  et  Wobitze.  In  Aldenburg
  qucque  dedit  ei  pracdium  commodum
  satis  et  adiacens  foro.

2)  ibid.  Veniens  ergo  episcopus  vidit
  possessionem  et  habita  inquisitione
cum  colonis  deprehendit  praedia  haeo
vix  centum  mansos  continere.  Quom
ob  rem  comes  feeit  mensurari  terram

Pruy,  Heinrich  der  Lowe.

sanieulo  brevi  et  nostratibus  incognito,
practeren  paludes  et  nemora  funiculo
mensus  est.  Et  ita  fecit  maximum
agrorum  numerum.  Perlata  ergo  causa
ad  ducem  adiudicavit  dux  episcopo
dari  mensuram  iuxta  morem  terrse
huius  nec  mensurandas  paludes  aut
silvas  robustiores.  Multum  ergo  laborie
  adhibitum  est  in  requirendis  pracdüs
  his.  Non  per  ducem  aut
gepiscopum  requiri  potuerunt
usque.  in  hodiernum  diem.

3)  ibid.  Inde  progrediens  adlit
archiepiscopum,  cui  etiam  multa  obsequis
  dependit,  sperane  sibi  reddi
Falderense  monasterium,  dnod  ante-11

