162  2.  Buch.  1.  Kapitel.

Bruno,  einen  Schüler  des  Vicelin,  von  dem  er  einst  zur  Predigt  in
das  Slavenland  geschickt  war,  und  vertraute  ihm  die  Seelsorge  an
der  Oldenburger  Kirche  an.  Dieser  Ort  selbst  wurde  neu  gehoben,
indem  mit  des  Grafen  Adolf  Zustimmung  eine  sächsische  Colonie
hingeführt  wurde.  Auch  wurde  dort  eine  stattliche  Kirche  erbaut,
mit  allem  Nöthigen  reichlich  ausgestattet  und  noch  dazu  mit  einer
Bibliothek  und  Gemälden  geziert.)  Der  Einweihung  dieser  neuen,
zu  Ehren  Johannes  des  Täufers  erbauten  Kirche  wohnten  Graf
Adolf  und  seine  Gemahlin  Mathilde  bei;  verselbe  gebot  auch  den
Slaven,  ihre  Todten  dort  zu  beerdigen  unp  den  kirchlichen  Festen
regelmäßig  beizuwohnen.  Auch  dem  heidnischen  Cultus  und  den  barbarisch
  rohen  Sitten  trat  man  nun  mit  verdoppelter  Energie  entgegen.)
  Diesem  neuen  Aufschwunge  des  kirchlichen  Lebens  in  dem
Hauptsitze  des  Bisthums,  Oldenburg  selbst,  entsprach  die  glückliche
Entfaltung  auch  in  den  übrigen  Theilen  des  Landes.  Das  bisher
in  Hagersdorf  befindliche  Kloster  verlegte  Gerold  trotz  des  Widerspruches
  der  Mönche  nach  dem  wichtigeren  und  bequemer  gelegenen
Segeberg.  Auch  in  dem  noch  sehr  uncultivierten  und  fast  nur  von
der  Seeräuberei  ergebenen  Slaven  bewohnten  Gau  Süfsel  fand  das
Christenthum  an  dem  Priester  Deilaw  einen  muthigen,  rastlosen
Vorkämpfer.  Durch  dieses  energische  und  erfolgreiche  Wirken  des
neuen  Bischofs  wurde,  wie  es  scheint,  auch  Graf  Adolf  allmählich
zur  nachdrücklicheren  Unterstützung  desselben  bewogen.  Gemeinsam
bezeichneten  beide  nun  in  Lützelburg  und  Rathekow  die  Plätze,  auf
denen  Kirchen  erbaut  werden  sollten.  In  Plön  ließ  der  Herzog
eine  Burg  erbauen  und  eröffnete  daselbst  einen  Markt.)  Indem
so  das  Christenthum  im  Bunde  mit  deutscher  Cultur  rüstig  vorwärks
strebte,  geschah  es,  daß  die  Slaven,  welche  diesen  Mächten  nicht
länger  Widerstand  leisten  konnten,  sich  ihnen  aber  voch  auch  nicht

Cessor  eins  et  fondasse  et  Possediese
dinoscitur.  Sed  archiepiscopus  in
artem  ecelesine  suae  pronior  callidis

eins  püssima  coniuge.  Et  praecepit
comes  populo  Slavorum,  ut  traneferrent
  mortuos  suos  tumulandos  in

sponsionibus  deduxit  virum,  promittens
  ao  indneians  ac  tempus  rodimens.

1)  idid.  Si  quidem  nediffcata  est
ecclesia  honestissima  in  Aldonburg
libris  et  Fierie“  et  Cacteris  utensilibus

copiose  ordina
2)  ibid.  dedieata  est  ccclessia
a  pontiflce  Geroldo  —  —  adstante  et

omnem  devotionem  adhibente  nobili

comiti  Adolfo  et  domine  Mechtildi,

atrium  ecclesiae  et  ut  convenirent  in
seolennitatibus  ad  eeclesiam  audire
verbum  Dei.  —  —  Et  inhibiti  sunt
Slavi  de  caetero  iurare  in  arboribus,
fontibus  et  lapidibus,  sed  offerebant
eriminibus  pulsatos  sacerdoti,  ferro
vel  vomeribus  examinandos.

3)  ibid.  Circa  id  tempus  renedis#-eavit
  dux-  enstrum  Plunen  et  seeit
illie  eivitatem  et  forum.