Heinrichs  Theilnahme  an  den  bänischen  u.  poln.  Angelegenheiten.  163

beugen  wollten,  die  Gegenden  lieber  gleich  ganz  verließen  und  sich  usn.
noch  weiter  zurückzogen.)  Sachsen  waren  es,  die  in  den  leer  gewordenen
  Gegenden  an  ihre  Stelle  traten.  Wie  in  Wagrien,  so
machten  auch  im  Lande  der  Polaben  unter  der  tüchtigen  Verwaltung

des  Bischofs  Evermod  und  des  Grafen  Heinrich  von  Ratzeburg  die
kirchlichen  Neugründungen  rasche  Fortschritte.)

Von  größerer  Bedeutung  aber  als  alle  diese  für  das  Land  so
segensreichen  Stiftungen  war  die  um  diese  Zeit  in  der  Angelegenheit
  der  Stadt  Lübeck  eintretende  Veränderung.  Als  Herzog  Heinrich
auf  seine  früher  an  den  Grafen  Adolf  von  Schauenburg  gestellte
Forderung,  ihm  einen  Theil  des  wichtigen  Platzes  abzutreten,  eine
abschlägige  Antwort  erhalten,  hatte  er,  wie  wir  sahen,  vermöge  seiner
herzoglichen  Hoheit  den  Handel  in  Lübeck  überhaupt  verboten.  Die
Folgen  dieser  strengen  Maßregel  hatten  sich  bald  in  der  verderblichsten
  Weise  geltend  gemacht.  Die  so  schon  schwer  getroffene  Stadt
wurde  von  einem  neuen  Unglück  heimgesucht,  als  bald  darauf  eine
Feuersbrunst  einen  großen  Theil  derselben  in  Asche  legte.  Mismuthig
  hatten  sich  deshalb  die  Bürger  entschlossen,  den  Ort  lieber
ganz  zu  verlassen,  und  an  den  Herzog  mit  der  Bitte  um  Anweisung
neuer  Wohnplätze  gewandt.)  Dieser  gründete  denn  auch,  als  ein
erneuter  Versuch,  den  Grafen  zum  Verzicht  auf  Lübeck  zu  bewegen,
vergeblich  geblieben  war,  nicht  weit  davon  im  Ratzeburger  Gebiet
an  der  Wakenitz  eine  neue  Stadt,  welche  er,  auf  seinen  Beinamen
anspielend,  Löwenstadt  nannte.  Die  neue  Gründung  aber  hatte  kein
Glück,  der  Handel  nahm  dort  lange  nicht  den  gewünschten  Aufschwung.)
  Nur  das  Eine  hatte  Herzog  Heinrich  allerdings  erreicht,

sed  nee  aedificia  nostra  multo  sumptu

1)  ibid.  Et  recesserunt  Slavi,
elaborata  nos  abire  einebant.  Nunce

dui  habitabant  in  oppidis  circumiacentibus,
  et  venerunt  Saxones  et  babitaverunt
  illic,  defeceruntque  Slavi  paullatim
  in  terra.

2)  Helm.  I,  83  extr.:  Sed  in  terra
Polaborum  multiplioatae  sunt  ecclesiee
instantia  domini  Evermodi  episeopi
et  t-  **  de  Racesburg.

3)  He  I.  85:  In  Vebe  illis
E  Vinia  consumpta  est  in-Ccendio.
  Et  miserunt  institores  ot
eseteri  habitatores  urbis  ad  ducem  di-Gentes:

  Diu  est,  ex  duo  inhibitum
est  forum  Lubite,  autoritate  iuesienis
vestrae.  Nos  autem  bectenus  detenti
sumus  in  civitate  hac  epe  recuperandi
fori  in  deneplacito  gratiae  vestrae;

vero  consumptis  domibus  supervacuum
est  renediflcare  in  loco,  ubi  non  sinitur
esse  forum.  Da  ergo  nobis  locum
construendi  civitatem  in  loco,  qui  tibi
Placuerit.

4)  ibid.  Rogavit  ergo  dux  comitem
  Adolfum,  ut  permitteret  sibi  portum
  et  insulam  in  Lubike.  Quod  ille
facere  noluit.  Tunc  agedifleavit  dux
civitatem  novem  super  flumen  Wachenize,
  non  longe  a  Lubike  in  Raceburg
  coepitque  sediflcare  et  communire.
  Et  appellavit  civitatem  de  suo
nomine  Lewene  —  Sed  cum  locus
ille  minus  esset  idoneus  et  portu  et
munimento  neo  posset  adiri  nisi  pavibus

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