1151.

B.  Nov.

1158.
DJan.

166  2.  Buch.  2.  Kapitel.

aus  hat  sich  Herzog  Heinrich,  wie  es  scheint,  nach  Baiern  begeben,
und  vermuthlich  in  diese  Zeit  ist  ein  zum  Jahre  1157  überliefertes
Hoftag  in  Regensburg  zu  setzen.)

Wie  im  Norden  Deutschlands,  so  war  Heinrich  auch  hier  in
seinem  südlichen  Herzogthum  namentlich  auf  Förderung  des  Handels
bedacht,  zum  Theil  allerdings  zunächst  von  ganz  eigennützigen  Motiven
  bestimmt.  Am  23.  November  bestätigte  er  der  Ranshofer  Kirche
ihre  Privilegien  und  bestimmte,  daß  für  die  Ausübung  der  in  seinem
Auftrage  verwalteten  Schutzvogtei  keine  Art  von  Abgaben  von  ihr
erhoben  werden  sollten.)  Weiter  traf  er  eine  Anordnung,  die  ihm
zunächst  den  Unwillen  des  Bischofs  Otto  von  Freising  zuziehen
mußte.  Auf  der  bei  Vehringen  über  die  Isar  führenden  Brücke  hatte
dieser  nämlich  mit  ausdrücklicher  Bewilligung  des  Kaisers  eine  Zollstätte
  angelegt,  welche  ihm,  da  sie  die  Ausfuhrstraße  des  Reichenhaller
  Salzes  beherrschte,  viel  einbrachte,  dem  Herzog  von  Baiern
aber  aus  demselben  Grunde  sehr  zur  Last  war.  Ganz  in  der  ihm
eigenen  willkürlichen  und  gewaltthätigen  Weise  befahl  Heinrich  jetzt,
diese  Zollstätte  abzubrechen.  Statt  dessen  erbaute  er  eine  neue  Brücke
über  die  Isar  in  der  Nähe  des  bis  dahin  ganz  armen  und  unbedeutenden
  Fleckens  München,  der  sich  aber  nun,  wo  er  an  eine  viel
besuchte  Handelsstraße  zu  liegen  kam,  schnell  aufnahm  und  zu  hoher
Blüthe  gedieh.  )  Natürlich  ließ  der  beim  Kaiser  ja  in  so  hohem
Ansehen  stehende  Bischof  Otto  von  Freising  eine  so  willkürliche  Beeinträchtigung
  seiner  Gerechtsame  nicht  stillschweigend  geschehen,  sondern
  erhob  über  Heinrichs  Anordnung  bei  Friedrich  energische  Klage;
augenblicklich  aber  kam  die  Sache  noch  nicht  zum  Austrag.

Gegen  Ende  des  Jahres  1157  kehrte  Heinrich  dann  nach  Sachsen
zurück,  wo  damals  auch  der  Kaiser  verweilte.  Am  1.  Januar  1158
finden  wir  beide  in  Goslar,  wo  sie  einen  die  Abrundung  ihrer  beiderseitigen
  Besitzungen  bezweckenden  Tausch  vollziehen.  Heinrich  trat
nämlich  das  mit  seiner  Gemahlin,  Clementia  von  Zäringen,
erheirathete  Schloß  Baden  mit  hundert  Ministerialen  und  500  dazu
gehörigen  Gütern  an  Friedrich  ab,  welcher  ihm  dafür  die  für  Heinrich

  ihrer  Lage  wegen  wichtigeren

1)  Ann.  Reichersp.  e.  1157.
(Mon.  SS.  XVII,  160):  H.  dur  Sae
atque  Bee  habuit  curiom  Ratis  nae,
ubi  comes  Pertholdus  de  Anedechsen
Predium  Munstuer  —  in  manum  comitis
Pertholdi  de  Pogen  ad  fidem  delegaund

  nützlicheren  Reichsbesitzungen

vit,  Richerspergensi  ecclesiae  per  manum
  eius  omnimodis  delegandum  ad
Petitionem  eiusdem  ecolesiae  prepositi
vel  fratrum

2)  heg.  n  63.

3)  Bal.  Non.  Boica  VI,  p.  228.