Heinrichs  Theilnahme  an  den  Reichsangelegenheiten.  167

Herzberg,  Scharzfeld  und  Pöhlde  nebst  allem  Zubehör  übergab.  Das  1188.
Reich  wurde  unter  Zustimmung  der  Fürsten  von  Friedrich  durch  Abtretung
  einiger  seiner  eigenen  Allodialgüter  entschädigt.))

Um  diese  Zeit  müssen  dann  die  Reichsangelegenheiten  auch  Heinrichs
  Aufmerksamkeit  ganz  in  Anspruch  genommen  haben.  Er  ist
viel  in  der  Umgebung  des  Kaisers,  offenbar  um  ihn  bei  der  Entscheidung
  der  damals  zu  lösenden  wichtigen  Fragen  zu  unterstützen.
So  sind  beide  am  22.  April  in  Kaiserswerth.)  Immer  ernstlicher  2#.  u.
gestalteten  sich  nämlich  Friedrichs  Verwickelungen  mit  dem  Papste,
und  auch  die  Bewegung  in  der  Lombardei  wurde  heftiger  und  drohender.

  Bezeichnend  ist  es,  daß  Heinrich  der  Löwe  in  dem  nun  beginnenden
  Streite  zwischen  Kaiser  und  Papst  sich  anfangs  keineswegs
entschieden  auf  die  eine  oder  die  andere  Seite  stellt,  sondern  sich
zwischen  beiden  Parteien  haltend,  zu  beruhigen  und  zu  vermitteln
und  alles  zu  einem  gütlichen  Ausgange  zu  führen  bemüht  ist.  Auf
die  Dauer  freilich  ließ  sich  diese  seinem  Ansehen  und  seiner  Geltung
ohne  Zweifel  sehr  förderliche  Vermittlerrolle  nicht  durchführen.  Bei
der  außerordentlichen  Schärfe,  in  welcher  sich  der  Gegensatz  zwischen
den  Streitenden  bald  ausprägte,  mußte  auch  Heinrich  sich  schließlich
entscheiden,  und  natürlich  entschied  er  sich  nun  für  den  Kaiser:  die
enge  Verbindung  mit  diesem  war  ja  die  Grundlage  und  Stütze  seiner
ungeheuren  Macht.  Doch  ist  Heinrich  auch  dann  nur  aus  politischen
Gründen  anf  Seiten  Friedrichs  gewesen:  wie  sein  ganzes  Haus  war
er  nach  einer  Art  von  Familienpolitik  vielmehr  auf  den  Anschluß
an  den  Papst  angewiesen,  —  eine  Richtung,  die  —  wie  wir  sehen
werden  —  dann  später  auch  ganz  entschieden  wieder  zur  Geltung
kommt.  JZetzt  hatte  Heinrich,  der  den  wirklichen  Ausbruch  der  zwischen
  Kaiser  und  Papst  drohenden  Zwietracht  zu  verhindern  bemüht
war,  dem  Papste  den  Rath  gegeben,  den  Unwillen,  den  Friedrich
über  jenen  in  Besangon  erhaltenen  Brief  so  laut  geäußert  hatte,
durch  eine  neue  Gesandtschaft  und  den  schroffen  Ausdruck  mildernde
Erklärungen  wieder  zu  beruhigen.  Dem  Kaeiser  selbst  redete  er  zu,
auf  eine  solche  Ausgleichung  freundlich  einzugehen.)  Die  beiden
Gesandten  aber,  welche  der  Papst  in  Folge  dieses  Rathschlages  nach

!1  er  n.  64.  65.  des  Gero  v.  Räicherzerg  Origg.
Guelf.  III,  p.  479:  Peramplius  au-3.

  D#r  56.  des  Papstes  an  Fric=  tem  laude  vertectius  dignum  est,  quod
drich  I.  s.  Watterich,  Vitee  pon-  Conoordiam  inter  sacerdotium  et  vogtiff
  Rom  II,  *nn  Ueber  Heinliche  num  studes  conflrmare,  pro  qus  causa
Vermittelungebrrsuch-  vgl.  den  Brief  diligentius  peragenda  te  vocante,