Heinrichs  Theilnahme  an  den  Reichsangelegenheiten.  171
gebliebenen  Fürsten,  namentlich  Heinrich  den  Löwen,  zu  schleunigem
Zuzug  aufzufordern.

Dieser  war,  während  sein  kaiserlicher  Freund  in  Italien  kämpfte,
eifrig  mit  seinen  sächsischen  Angelegenheiten  beschäftigt  gewesen.  Nachdem
  Heinrich  nämlich  sich  zu  Augsburg  vom  Keiser  verabschiedet
hatte,  scheint  er,  nach  Sachsen  zurückgekehrt,  sich  zunächst  gegen  die
Slaven  gewandt  zu  haben.  Die  kleinen  Kämpfe  gegen  dieselben
gingen  an  der  Grenze  unter  Leitung  der  Grafen  gewiß  immerwährend
  forte:  jetzt  stellte  sich  Heinrich  selbst  einmal  an  die  Spitze  und
drang  mit  größerer  Macht  in  das  Gebiet  seiner  Feinde  ein,  alles
mit  Feuer  und  Schwert  verheerend.)  Der  Erfolg  des  Zuges  scheint,
wenn  wir  auch  nicht  näher  davon  unterrichtet  sind,  doch  der  gewesen
zu  sein,  daß  die  Slaven  eingeschüchtert  sich  zu  festerer  Unterwerfung
und  neuen  Leistungen  verstanden.)  Auch  zeigte  sich  der  Nutzen
dieses  Zuges  sofort  in  einer  neuen  kirchlichen  Gründung  Heinrichs.
Das  Ratzeburger  Bisthum  war  es  diesmal,  das  sich  seiner  vorzüglichen
  Freigebigkeit  zu  erfreuen  hatte.  Die  bedeutendsten  der  slavischen
  Bischöfe  mit  vielen  Geistlichen,  wie  die  Bischöfe  Evermod
von  Ratzeburg,  Gerold  von  Lübeck  —  denn  dorthin  war  um  diese
Zeit  der  Sitz  des  bisher  in  Oldenburg  befindlichen  Bisthums  verlegt
  worden  —  Bernhard  von  Schwerin,  Hermann  von  Verden,  die
Aebte  von  Lüneburg,  Hildesheim  und  Hersfeld,  die  Pröpste  von
Ratzeburg,  Segeberg  und  Hamburg,  von  den  weltlichen  Vorkämpfern
der  Christianisierung  und  Germanisierung  der  Slavenlande  die  Grafen
Adolf  von  Schauenburg,  Heinrich  von  Ratzeburg  mit  seinem  Sohne
Bernhard,  viele  Edle,  wie  Volrad  von  Dannenberg,  Eilbert  von
Wölpe,  Walter  vom  Berge,  Guncelin  von  Hagen  und  viele  andere
seiner  Ministerialen  und  Getreuen  versammelten  sich,  vermuthlich
nach  Beendigung  des  Zuges  gegen  die  Slaven,  an  dem  sie  Theil
genommen  hatten,  zu  Lüneburg  um  den  Herzog'),  um  Zeugen  zu
sein  von  der  glänzenden  Ausstattung,  die  derselbe  dem  Ratzeburger
Bisthum  gewährte.  Zum  Unterhalte  des  Bischofs  und  seiner  Canoniker

  beschenkte  Herzog  Heinrich

1)  Ann.  Palid.  p.  90.  Henricus
duxr  Slariam  cum  ezxereitu  intrane,
totam  terram  ferro  et  igno  devastat.

.  Ratzeburg
65  (p.  56):  —  tridutum
  ob  ipsorum  Leelo  multo
super  priore  tempora  adausimus,  —

die  in  Ratzeburg  zu  Ehren  der

ibid.  p.  57:  —  cum  magnis  expensis
militum  quoque  et  populi  mortibus
plurimis  tandem  nuno  divina  dexters
faciente  virtutem  tam  feroces  ohristisnitati
  reddidimus.

890#.  Mekl.  VB.  u.  65,  p.  56  fl.
Reg.

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