174  2.  Buch.  2.  Kapitel.

nungen  traf?),  da  hatte  er  auch  eine  Unterredung  mit  Waldemar,
welche  die  Sicherung  Dänemarks  gegen  die  Slaven  mit  Hülfe  der
Sachsen  betraf.  Das  schon  zwischen  ihnen  bestehende  Freundschaftsbündniß
  wurde  feierlich  erneuert.  Waldemar  aber  ging  den  Herzog
ausdrücklich  um  Schutz  gegen  die  Dänemark  noch  immer  unbarmherzig
  verwüstenden  und  das  erschöpfte  Land  nicht  zu  Rast  und  Ruhe
kommen  lassenden  Slaven  an,  und  damit  Heinrich  dieses  Gesuch
bereitwilliger  und  eifriger  erfüllte,  bot  er  ihm  die  Zahlung  von
1000  Mark  als  Gegenleistung  an?):  noch  immer  also  sah  sich  Dänemark
  genöthigt,  den  Schutz  des  mächtigen  Nachbars  zu  erkaufen.

Doch  war  das,  was  Heinrich  zur  Sicherung  seines  Landes
gegen  die  Slaven  während  seiner  Abwesenheit  thun  konnte,  nicht
eben  viel.  Er  beschied  ihre  Häupter,  namentlich  den  kecken  und
unternehmungslustigen  Niclot,  zu  sich  und  nahm  ihnen  das  eidliche
Versprechen  ab,  in  seiner  Abwesenheit  weder  Sachsen  noch  Dänemark
irgendwie  zu  beunruhigen.  Aber  er  selbst  traute  diesem  Eide  nicht
und  stellte  daher  die  Forderung,  die  Slaven  sollten  alle  bisher  zu
ihren  seeräuberischen  Unternehmungen  gebrauchten  Schiffe  nach  Lübeck
bringen  und  vort  seinem  Bevollmächtigten  überliefern.  Bereitwillig
gingen  die  Slaven  auch  auf  diese  harte  Forderung  ein,  aber  in
Wahrheit  brachten  sie  nur  den  kleinsten  Theil  und  die  bereits  unbrauchbar
  gewordenen  Schiffe  an  den  bestimmten  Ort,  die  seetüchtigen
  aber  hüteten  sie  sich  wohl  auszuliefern.)  Wie  Heinrich  der
Lswe,  so  bemühte  sich  auch  Graf  Adolf  von  Schauenburg  aufs  Eifrigste,
  dem  Lande  den  Frieden  zu  sichern:  auch  er  hatte  eine  Zusammenkunft
  mit  Niclot  und  ermahnte  ihn,  eingedenk  ihres  in  der
letzten  Zeit  nicht  gestörten  Verhältnisses  den  Frieden  auch  während
seiner  Abwesenheit  nicht  zu  brechen.)

1)  Helm.  I,  36:  Quspropter  coepit
s  opire  discordia.,  duac  erant  intra  du-Catum,
  sapienter  Prnecavens,  ne  tumultus
aliquie  Oonsurgeret  in  prineipum  oaeterorumque
  nobilium  absentia.

2)  Helm.  I,  66:  Tranemissis  autom
  nunciis  vocavit  regem  Danorüm
Waldemerum  ad  colloquium  et  iunzit
cum  eo  emicitias.  Et  rogavit  rex
duoem,  ut  faceret  sibi  pacem  de  Slavis,
  qui  sine  intermissione  vastabant
regnum  einus,  et  pactus  est  ei  amplius
quam  mille  marcas  argenti.

ibid.  Quam  ob  rem  praecepit
dux  Slavos  in  praesentiam  suam  venire,

Niclotum  cecilicet  et  caeteros,  astrinxzit
eos  praccoepto  et  iuramenio,  ut  servarent
pacem  tam  Danis  quam  Saronibus  usdue
ad  reditum  suum.  Et  ut  pactiones  ratse
essent,  iussit  omnes  piraticas  naves  Slavorum
  perduei  ubike  et  nuncio  auo
preaesentari.  At  illi  propter  solitase
temeritatis  ausum  et  vieinitatem  Italicae

  expeditionis  paucas  admodum

naves  et  easdem  vetustissimas  obtulerunt,
  üs,  qune  bello  aptac  erant,  callide
  retentis.

4)  i  bid.  Igitur  comes  Per  manum
seniorum  terrae  Wagirensis,  Mareradum
  eeilivet  et  Hornonem,  convenit