Heinrichs  Theilnahme  an  den  Reichsangelegenheiten.  175

Nachdem  fie  so  alles,  was  augenblicklich  in  ihrer  Macht  stand,
gethan  hatten,  brachen  Herzog  Heinrich  und  Graf  Adolf  um  Pfingsten
mit  ihren  Mannen  auf,  um  dem  Rufe  des  Kaisers  Folge  zu  leisten.
Auch  aus  Baiern  schlossen  sich  ihm  noch  neue  Kriegsschaaren  an
unter  den  Grafen  Luitpold  von  Plaien,  Berthold  von  Andechs  und
dem  Burggrafen  Heinrich  von  Regensburg.  Auch  an  Herzog  Welf  VI.
war  des  Kaisers  Ruf  ergangen,  schnell  hatte  er  seine  Rüstungen  beendet
  und  schloß  sich  nun  ebenso  wie  der  Bischof  Conrad  von  Augsburg
  dem  Heere  des  Sachsenherzogs  an.  Zwölfhundert  Gewappnete
waren  es,  welche  dieser  dem  kaiserlichen  Heere  zuführte.)  Unter
seinem  ritterlichen  Schutze  begab  sich  auch  die  Kaiserin  Beatrix  nach
Italien  zu  ihrem  Gemahl.')  Das  Heer  schlug  den  Weg  durch  Tirol
ein  und  drang,  dem  Laufe  der  Etsch  folgend,  südwärts  vor.  Auf
biesem  Wege  berührte  es  auch  die  Besitzungen  der  beiden  Grafen
von  Eppan,  die  einst  an  den  päpstlichen  Gesandten  gefrevelt  und  den
Bruder  des  einen  noch  immer  in  ihrer  Haft  hielten.  Seinem  früheren
  Versprechen  gemäß  wandte  sich  Herzog  Heinrich  nun  gegen  sie,
um  sie  für  die  kecke  Gewaltthat  zu  züchtigen  und  zur  Herausgabe
des  Gefangenen  zu  nöthigen.  Da  sie  der  Macht,  mit  der  er  erschien,
natürlich  keinen  ernstlichen  Widerstand  leisten  konnten,  so  erreichte
Heinrich  seinen  Zweck  denn  auch  schnell  und  verschaffte  den  gekränkten
päpstlichen  Gesandten  völlige  Genugthuung.)

Inzwischen  waren  die  Ereignisse  in  Italien  selbst  schnell  vorwärts
  geeilt.  Mitte  April  1159,  während  Friedrich  selbst  noch  in
Bologna  weilte,  waren  die  Feindseligkeiten  zum  Ausbruch  gekommen,
indem  die  aufrührerischen  Mailänder  das  feste  Trezzo  angriffen  und
in  raschem  Anlaufe  eroberten.  Sofort  eilte  der  Kaiser  mit  seinem
damals  noch  sehr  schwachen  Heere  vor  Mailand:  die  starken  Mauern
der  gewaltigen  Stadt  geboten  ihm  Halt.  Nur  die  Umgegend  konnte
er  seine  schwere  Hand  fühlen  lassen.  Nach  vergeblichen  Versuchen,
der  Stadt  selbst  ernstlichen  Schaden  zu  thun,  zog  Friedrich  vor  das
weniger  feste,  treu  zu  den  Mailändern  stehende  Crema,  das  seit  dem
2.  Juli  von  den  ihm  feindlichen  Cremonensern  berannt  wurde.

Eine  2.

Niclotum  et  exegit  ab  eo  cum  benevolentia,
  ut  fdem  terrae  suae  exhiberet.
illibatam.  Quod  illo  fde  digna  com-Plevit.


1)  Ann.  Weingart.  Welf.  (Non.
SS.  XVII.  p.  309).

2)  Radevic.  II,  3

8.
3)  Radevic.  1  21:  Hanc  tamen

immanitatem  Henricus  nobilissimus
dux  Baivarige  et  Sazoniac  ob  amorem
sanctae  Romanae  ecclesiae  et  honorem
imperii  non  multo  post  probe  vindicavit.
  Namque  et  vadem  eripuit  et
comites  multis  melis  attritos  ad  deditionem
  et  satisfactionem  coegit.

1159.