Heinrichs  Theilnahme  an  den  Reichsangelegenheiten.  ·

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die  Mauern  unerschüttert,  während  die  leidenschaftliche  Erbitterung
auf  beiden  Seiten  wuchs  und  zu  grausamen  und  unmenschlichen
Maßregeln  reizte.  Dabei  wurden  vom  Lager  aus  auch  in  die  Gegend
  von  Mailand  Streifzüge  unternommen,  um  diese  Stadt  in

Respekt  zu  halten.

Auf  einem  solchen  nahm  Heinrich  der  Löwe,  von

nur  40  Rittern  begleitet,  einige  vor  den  Mauern  unter  dem  Schutze
von  Bewaffneten  das  Feld  bestellende  Mailänder  gefangen,  darunter
einen  durch  seine  Stärke  und  Schönheit  ausgezeichneten  Krieger:

trotz  des  hohen  Lösegeldes,  das  er  bot,

wurde  er  angesichts  der

Stadt  erhängt  als  Vergeltung  für  die  auf  den  Mauern  angesichts
der  Belagerer  vollzogene  Hinrichtung  einiger  deutscher  Gefangenen.)
Trotz  ihrer  immer  schneller  zunehmenden  Erschöpfung  schlugen  die

Cremenser  den  am  21.  Jannar  1160  unternommenen  allgemeinen  2  1103.

Sturm  noch  siegreich  ab.  Doch  war  die  glückliche  Abwehr  dieses
mit  größtem  Nachdruck  unternommenen  Angriffes  die  letzte  Anstrengung

  gewesen,  deren  die  bedrängten  Bürger  fähig  waren.

Schon

wenige  Tage  danach  brachen  ihre  aufs  Aeußerste  angespannten  Kräfte.
Durch  freiwillige  Unterwerfung  suchten  sie  nun  zu  retten,  was  vielleicht
  noch  zu  retten  war.  Die  Cremenser  erklärten  sich  daher  zu
Unterhandlungen  bereit  und  baten  zugleich  um  die  Vermittelung
Heinrichs  des  Löwen  und  des  Patriarchen  Peregrin  von  Aquileja.)
Mit  diesen,  welche  sich  auch  zur  Vermittelung  bereit  erklärten,  hatten

ihre  Abgesandten  am  Morgen  des  26.  Januar  an  einem  vorher  75.  dan.

bestimmten  Orte  eine  Unterredung.  Die  beiden  Fürsten,  namentlich
der  Patriarch,  ermahnten  die  Bürger,  sich  bedingungslos  zu  unterwerfen,
  um  nicht  noch  größeres  Unheil,  als  sie  eben  erduldet,  über
sich  heraufzubeschwören.  )  Die  Stadt  verstand  sich  zur  Unterwerfung,
  nur  um  das  Eine  baten  die  Bürger,  daß  man  sie  nicht  nöthigen
  sollte,  sich  ihrer  bittersten  Feindin,  dem  stolzen  Cremona,  zu
übergeben.  Auf  Vermittelung  des  Sachsenherzogs  und  des  Patriarchen
  kam  denn  auch  ein  Abschluß  zu  Stande:  Crema  ergab  sich  dem

1)  Ann,  Colon.  ma  x.  a.  1160
(Mon.  S8S.  XVII,  p.  770):  Interca  dux
Sazoniae  eirca  ortum  cuiusdam  diei
cum  militibus  fere  40  agris  Mediolanensium
  astitit  viditque  eos  agricalturae
  o  dere  et  pene  unumquodque
  aratrum  equitem  armatum  ince--dere.
  Nacta  ergo  oportunitate  oum
olamore  wilitari  in  eos  irruit.
dimissis  aratris  fugae  pracsidium  arri-Prus,

  Heinrich  der  Löwe.

puerunt.  —  —  —  Captus  est  ibi  a
duce  cx  Mediolansatibo,)  miles  polcherrimos.
  —  —  Miles  vero  illo  pro

Vita  sun  duo  milia  rcarnn  sponpon--dit,
  sed  Caesar  vindictam  animo  gerens,
equa  sorte  ut  ceteros  iubet  eum  ante
portam  urbis  suspendi.  —  —

2)  Redevic.  II,  60.

3)  ib.  61.

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