180  2.  Buch.  3.  Kapitel.

Fürsten  zur  Heimkehr  nach  Deutschland  Urlaub.  So  verabschiedete
sich  auch  Heinrich  der  Löwe  von  ihm  und  schickte  sich  an  nach  Sachsen
zurückzukehren.)  Graf  Adolf  von  Schauenburg  dagegen,  der  mit
Heinrich  nach  Italien  gekommen  war,  begab  sich  nicht  direkt  nach
Sachsen  zurück,  sondern  machte  erst  noch  mit  seinem  Verwandten,
dem  Erwählten  von  Cöln,  Reinald  von  Dassel,  im  Auftrage  des
Kaisers  eine  Gesandtschaftsreise  an  den  englischen  Hof..)  Dieselbe
ist  auch  für  die  Geschichte  Heinrichs  des  Löwen  insofern  wichtig,  als
durch  diese  Reise  vermuthlich  die  ersten  Beziehungen  zwischen  dem
Sachsenherzog  und  König  Heinrich  II.  von  England  angeknüpft
wurden,  die  sich  später  so  innig  gestalten  und  für  beide  Theile  von
größter  Wichtigkeit  werden  sollten.

Obgleich  nämlich  ein  gleich  nach  dem  Tode  Hadrians  IV.  gemachter
  Versuch  Friedrichs,  Heinrich  II.  von  England  und  Ludwig
  VII.  von  Frankreich  zu  einem  gemeinsamen  Vorgehen  bei  der
neuen  Papstwahl  zu  bestimmen,  ohne  Resultat  geblieben  war?),  so
wollte  er  denselben  doch  noch  einmal  erneuern,  und  gleich  nach  Beendigung
  des  Concils  von  Pavia  eilte  daher  der  unermüdliche  Reinald
  in  Begleitung  des  Grafen  von  Schauenburg  zu  Heinrich  II.
in  die  Normandie!)),  um  ihn  zur  Anerkennung  der  in  Pavia  gefaßten
Beschlüsse  zu  bewegen.  Die  Gesandtschaft  blieb  aber  in  der  Hauptsache
  ebenfalls  erfolglos:  sie  erreichte  nichts  als  einen  Aufschub  der
bereits  beschlossenen  Anerkennung  Alexanders  III.  „)  Die  beiden  Gesandten
  kehrten  unverrichteter  Sache  heim.

Herzog  Heinrich  war  inzwischen  aus  Italien  aufgebrochen:  sein
Rückweg  führte  ihn  durch  Baiern.  Während  seines  Aufenthaltes
daselbst  übernahm  er  die  ihm  vom  Bischof  von  Brixen  angetragene
  Vogtei  über  die  Kirche  zu  Pollingen;')  auch  nahm  er
die  Reichersberger  Kirche  in  seinen  Schutz')  und  vollzog  zu  Treisa

1)  Ielm.  1I,  86:  Dux  vero  acoepta
lieentia  vovorsus  est  in  Sazoniam.
Otto  Mor.  l.  c.  His  ita  rerpetratie
dedit  licentiam  imperator  —  —
Henricoo  de  Saronie  #ad  us
rutris  remcandi.

2)  Helm.  I.  o.  At  comes  Adolfus
regatue  ivit  in  Angliam  oum  oognato
suo  domino  Reinoldo,  Coloniensi  electo,
qui  functus  est  Legstione  bublioa  ad
regem  Anglorum

3)  Ugl.  Non.  LI.  II,  bn  117,  119.
u.  Gervas.  Dorobern.  a.  1160  (ap.
Tvysden,  Blist.  anglic.  scriptores

decem.
4)  Cluilelm.  Neubrig.  II,  10;
5)  Dgl.  Epist.  Arnulkk  epi  Lezoviensis
  ad  Alex.  pap.  ap.  Baron,  Ann.
Eecl  ed.  Mansi  N.  174.  NMatth.
Paris,  ad  a.  1159.  Radulf.  Dieeto  ad
n.  Eu-  Zehenn  Sarieb  ep  .

in  *
Vel.  —3  Sericht  üer  hin  44
sion  bei  Schannat  u.  Hartzheim,  Concil.
  Germ.  III,  p.  391.
6)  Vgl.  '*m“  n.  72.
7)  Reg.  u.  73.