182  2.  Buch.  3.  Kapitel.

1100.  sie  Herzog  Heinrich  der  Löwe,  dem  dabei  als  Vertreter  Victors  IV.
ein  nach  Deutschland  geschickter  Legat,  Eberhard,  zur  Seite  stand.
An  Ulrichs  Stelle  wurde  der  dem  Kaiser  und  dem  kaiserlichen  Papste
treu  ergebene  Gero  auf  den  bischöflichen  Stuhl  erhoben.)

Die  inzwischen  aus  Italien  eintreffenden  Nachrichten  waren
keineswegs  günstig  und  veranlaßten  eine  Zusammenkunft  der  säch-5.
  auli.  sischen  Fürsten,  die  am  25.  Juli  zu  Erfurt  stattfand  und  der  auch
Heinrich  der  Löwe  beiwohnte.)  Es  handelte  sich  schon  wieder  darum,
dem  Kaiser  neue  Hülfe  nach  Italien  zuzuführen.  Denn  während
es  nach  der  Zerstörung  Cremas  einen  Augenblick  den  Auschein  gehabt
  hatte,  als  würden  die  mit  den  lombardischen  Städten  angeknüpften
  Unterhandlungen  zu  einem  wirklichen  Friedensschluß  führen:
das  mit  der  Doppelwahl  herbeigeführte  Schisma,  in  dem  die  Mailänder
  und  ihre  Bundesgenossen,  wie  es  ja  zunächst  auch  in  ihrem
Interesse  lag,  entschieden  für  Alexander  III.  Partei  ergriffen  und
einen  Anschluß  an  die  Beschlüsse  des  Pavienser  Concils  mit  Nachdruck
  von  der  Hand  wiesen,  hatte  diese  Hoffnungen  zunichte  gemacht
und  dem  Kampfe  in  der  Lombardei  einen  neuen  Anstoß  und  kräftigere
  Motive  gegeben.  Kühner  als  je  zuvor  erhob  jetzt  Mailand,
von  dem  mächtigen  geistlichen  Beistande  des  Papstthums  gehoben  und
gestützt,  sein  Haupt  gegen  den  Kaiser  und  schon  hatte  man  sich  von
Neuem  bekämpft.  Sein  durch  die  Heimkehr  der  meisten  Fürsten
geschwächtes  Heer  wollte  Friedrich  durch  Heranziehung  neuer  Verstärkungen
  aus  Deutschland  in  den  Stand  setzen,  den  jetzt  ganz
unerläßlich  erscheinenden  entscheidenden  Schlag  gegen  das  stolze
Mailand  zu  führen.  Zur  Berathung  seines  Gebotes  und
der  zu  leistenden  Hülfe  versammelten  sich  nun  am  25.  Juli
1160  der  Erzbischof  von  Trier,  Reinald,  der  Erwählte  von
Cöln,  Wichmann  von  Magdeburg,  die  Bischöfe  von  Bamberg,
Merseburg,  Zeitz,  Meißen,  an  weltlichen  Fürsten  außer  dem
Herzog  von  Sachsen  und  Baiern  auch  noch  Herzog  Friedrich  von
Schwaben,  Landgraf  Ludwig  von  Thüringen,  Pfalzgraf  Conrad,

1)  Ann.  Pegev.  a.  1160  (Mon.
sð.  XVI.  p.  260);  Idem  dur  Uodelricum
  Halberstadensem  episcobus

  in  peregrinatione  constitutue
propter  favorem  Alexandri  papae  ab
Everhardo  cardinali  legato  Vietoris

pum  deposuit  auxilio  oardinalis
  ex  parte  Victoris  papese,
uins  electioni  idem  episcopus  numduom
  inclinari  potuit,  oui  Gero  super-Ponitur
  ron.  Mont.  Sereni
P.  31:  ouious  Halverstadensis  episcodamnatur

  et  deponitur  et  oxcommunicatur:
  in  cuius  locum  Gero  praepositus
  agak’tur

*  Ann.  S.  Potri  Erphess.
u  XVI,  v.  22  (a.  1160).