Niclots  letzter  Aufstand  u.  s.  w.  183

Albrecht  der  Bär  und  andere  mehr  zu  Erfurt  und  beschlossen  dort,
u  Anfang  des  nächsten  Jahres  dem  Kaiser  nach  Italien  zu  Hülfe
zu  ziehen.)

Vor  Antritt  dieses  neuen  Zuges  aber  mußte  Heinrich  vor  allem
auf  Sicherung  seiner  slavischen  Eroberungen  bedacht  sein:  denn  die
Maßregeln,  die  er  vor  seinem  letzten  Aufbruch  nach  Italien  zu  diesem
  Zweck  getroffen,  hatten  sich  als  durchaus  unzureichend  erwiesen.
Trotz  ihres  feierlichen  Versprechens,  sowohl  des  Herzogs  eigenes
Land,  wie  das  unter  seinen  Schutz  gestellte  Dänemark  in  keiner
Weise  zu  beunruhigen,  hatten  die  Slaven  doch  neue  Frevel  und
Räubereien  begangen.  Noch  dazu  waren  es  die  dem  Herzog  selbst
antergebenen,  von  ihm  an  der  Ostküste  Holsteins,  um  Oldenburg
und  Mecklenburg  angesiedelten  Slaven,  welche  die  Abwesenheit  des
Herzogs  und  des  Grafen  Adolf  so  benutzt  hatten,  indem  sie  ihre
alten  Räubereien  gegen  Dänemark  von  Neuem  begannen.  Da  diese
neue  Verletzung  von  dem  Gebiete  des  Herzogs  von  Sachsen  ausging,
  seine  eigenen  Unterthanen  die  Schuldigen  waren,  so  hatte
Waldemar  ernstlich  varan  gedacht,  sich  mit  gewaffneter  Hand  zu
rächen,  und  schon  befürchtete  man  einen  dänischen  Einfall:  den  Bemühungen
  des  Bischofs  Gerold  jedoch  gelang  es  noch,  den  gerechten
Zorn  des  Königs  zu  beschwichtigen  und  einen  Aufschub  bis  zur  Rückkehr
  des  Herzogs  zu  Stande  zu  bringen.)  Dieselbe  war  jetzt  erfolgt:
  sofort  berief  Heinrich  der  Löwe  alle  Bewohner  der  Mark,  die
deutschen  sowohl  wie  vie  slavischen,  zu  einem  Landtag  nach  Barvörde
  im  Kirchspiel  Hittbergen.  Auch  der  König  von  Dänemark
  fand  sich  zu  dieser  Untersuchung  ein:  er  kam  in  das  dicht  bei
Barvörde  gelegene  Artlenburg.  Bitter  beklagte  er  sich  über  die
Kränkungen,  welche  ihm  die  Slaven  während  des  Herzogs  Abwesenheit
  zugefügt  hatten.)  Die  Slaven,  welche  die  ihnen  bevorstehende

1)  Ann.  8.  Petri  Erpheef.  J.
c.:  Die  genannten  Fürsten  aliique
plures  7.  kal.  Augusti  Erphesfurt  convenerunt
  expedicionemque  in  auzilium
  imperatorie  contra  Mediolanenses
conjuraverunt.

2)  Helm.  I,  86:  Slavi  enim  de
Aldenburg  et  Mikelinbarg  compotes
sui  propter  absentiem  prineipom  violevrerunt
  pacem  in  terra  Danorum,
fuitque  terra  nostra  in  tremore  a  facie
regis  Denorum.  Et  noster  episcopus
Geroldus  tum  per  se  tum  per  nuncios

iram  regis  mitigare  studuit,  induclis
tempus  redimens  usque  ad  adventum
regis  et  principum.

3)  Helm.  I,  86:  Redeunto  ergo
duce  et  comite  Eraenum  est  colloquiom
provinciale  omnibus  Marcomannis  tam
Teutonieis  quam  Slavis  in  loco,  qai
dicitur  Berenvorde.  Rex  quoque  Denorum
  Waldemarus  vonit  usque  ad
Ertheneburg  et  conquestus  est  duci
omnia  mala,  duae  intulerent  sibi#
Slavi,  praevaricatores  mandati  publiei.

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