Nielots  letzter  Aufftand  u.  s.  w.  187
Lande  zurückbleibenden  Slaven  mußten  den  Bischöfen  Abgaben  entrichten,
  wie  sie  in  Polen  und  Pommern  Sitte  waren,  nämlich  drei

Scheffel  und  zwölf  Stück  der  landesüblichen  Münze.)  Nach  diesem
so  vollständigen  und  durch  die  getroffenen  Anordnungen  gleich  befestigten
  Sieg  konnten  die  Söhne  des  Niclot  sich  nicht  länger  gegen
den  Herzog  halten:  sie  söhnten  sich  mit  ihm  aus  und  erhielten  von
ihm  den  zuletzt  noch  allein  von  ihnen  vertheidigten  Platz  Werle
nebst  dem  zugehörigen  Land.)

Nach  Beendigung  des  Kampfes  trafen  die  beiden  Bundesgenosfsen
Heinrich  und  Waldemar  in  Rostock  zusammen,  wo  der  Sachsenherzog
  dem  Erzbischof  Absalon  von  Roeskilde,  in  dieser  Zeit  der
Seele  aller  kriegerischen  Unternehmungen  Dänemarks,  die  größten
Ehrenbezeugungen  erwies.))  Dann  kehrte  Heinrich  der  Löwe  nach
Sachsen  zurück,  während  König  Waldemar,  der  von  dem  neu  eroberten
  Lande  nichts  erhielt,  sondern  sich  mit  der  nun  allerdings  wesentlich
  geförderten  Sicherung  seiner  Küsten  gegen  die  slavischen  Räubereien
  als  dem  Haupterfolg  des  Zuges  begnügen  mußte,  seinerseits
den  Kampf  noch  weiter  fortsetzte.  Von  Rostock  aus  segelte  er  gegen
Rügen:  und  so  groß  war  der  Schrecken,  den  die  letzten  siegreichen
Züge  der  Sachsen  und  Dänen  den  Slaven  eingejagt  hatten,  daß
Waldemars  bloßes  Erscheinen  genügte,  um  das  sonst  so  trotzige  und
übermüthige  Volk  der  Rügener  zur  Stellung  von  Geiseln  und  dem
Versprechen  ihm  Kriegsfolge  zu  leisten  bewog.)

Den  folgenden  Winter  scheint  Heinrich  dann  in  Braunschweig
verbracht  zu  haben"),  mit  Rüstungen  zu  dem  im  nächsten  Frühjahr
anzutretenden  Zuge  nach  Italien  beschäftigt.  Bevor  er  aber  nach
Italien  aufbrechen  konnte,  hatte  er  noch  in  Baiern  eine  Fehde  auszufechten
  mit  der  Stadt  Regensburg  und  ihrem  Bischof  Hartwig.
Ueber  die  Veranlassung  dieses  Streites  ist  uns  aber  nichts  bekannt.
Schließlich  gelang  es  dem  Erzbischof  von  Salzburg,  die  Streitenden
zu  versöhnen,  freilich  erst  nachdem  das  Bisthum  durch  gegenseitiges
Sengen,  Brennen  und  Rauben  schweren  Schaden  erlitten  hatte.)

)  ib  id.  Et  praecepit  dux  Slavis  noch  Ann.  Palid.  p.  92:  H.  dux

—  —,  ut  solverent  reditus  episcopales,
  qui  solvuntur  apud  Pomeranos
atque  Polonos,  hoc  est  de  aratro  tres
modios  eiliginis,  et  duodecim  nummos
monetse  publicne.

2)  ib.  Post  haeo  redierunt  flli#
Nicloti  in  gratiam  ducis,  et  dedit  eis
dux  Wurle  et  omnem  terram.  Bgl.

terram  Solavorum  bostiliter  intravit
ferroque  et  igne  devastavit,  prinoipom
Niclot  —  trucidavit,  ipsos  rebelles
sibi  subiugavit.

5)  l.  .  n.  78.
6)  2  1½  12.  p.  92:  Magna

o0.