188  2.  Buch.  3.  Kapitel.

L  In  den  ersten  Tagen  des  neuen  Jahres,  1161,  eilte  der  Herzog
dann,  seinem  zu  Erfurt  gegebenen  Versprechen  gemäß,  an  der  Spitze
der  Seinen  nach  Italien,  um  den  Kaiser  bei  der  nun  beschlossenen
gänzlichen  Demüthigung  des  stolzen  Mailand  zu  unterstützen.  Schon
.  dan.  am  29.  Jannar  1161  traf  er  mit  Friedrich  in  Como  zusammen.?)
Außer  dem  Sachsenherzog  fanden  sich  auch  noch  viele  andere  Fürsten
wieder  beim  Kaiser  ein:  so  der  Kanzler  Reinald  mit  mehr  als  500,
der  Pfalzgraf  vom  Rhein,  Conrad,  Herzog  Friedrich  von  Rotenburg,
  des  Kaisers  Reffe,  mit  600,  der  Sohn  des  Böhmenkönigs
mit  300  Mann,  dazu  eine  große  Anzahl  Bischöfe,  Grafen  und  Edle.)
Aber  trotz  der  höchst  bedeutenden  Macht,  welche  dem  Kaiser  nach
diesem  Zuzug  zu  Gebote  stand,  ging  die  Unternehmung  gegen  die
gewaltige  Stadt  doch  nur  langsam  vorwärts.  Auf  eine  eigentliche
Belagerung  und  Berennung  derselben,  die  bei  der  außerordentlich
starken  Befestigung  allerdings  ihre  großen  Schwierigkeiten  haben
mochte  und  wohl  nur  mit  ganz  gewaltigen  Opfern  durchgesetzt  worden
  wäre,  leistete  der  Kaiser  Verzicht  und  begnügte  sich  damit,  die
Umgegend  gänzlich  zu  verwüsten,  durch  Anlage  von  Burgen,  welche
die  nach  Mailand  führenden  Straßen  beherrschten,  jede  Zufuhr  unmöglich
  zu  machen  und  durch  Ziehung  eines  immer  engeren  Kreises
die  Mailänder  endlich  durch  Hunger  zur  Ergebung  zu  zwingen.
Langsam  und  nur  unter  heftigen  Kämpfen  gelang  es  Friedrich  vorzudringen.
  Damals  war  es,  daß  er,  empört  über  den  zähen  Widerstand
  der  übermüthigen  Stadt,  das  Gelübde  ablegte,  nicht  eher  von
Mailands  Mauern  zu  weichen,  als  bis  er  Rache  genommen  und
sich  die  vollständigste  Genugthuung  verschafft  hätte.  Und  für  den
Fall,  daß  er  in  dem  Kampfe  seinen  Tod  finden  sollte,  bezeichnete  er
den  Fürsten  des  Reichs  als  die  zu  seinen  Nachfolgern  geeignetsten
in  erster  Linie  den  Herzog  Friedrich  von  Rotenburg,  in  zweiter  aber
seinen  gewaltigen  Vetter,  Herzog  Heinrich  den  Löwen.)  Nichts  zeigt

deutlicher  den  Umschwung,  der

discordia  inter  Heinricum
ducem  et  Ratisponensem  epiecopum
  facta  est.  Ann.  Reichersp.
  (Mon.  SS.  XVII,  p.  46:  H.
dux  —  contra  Ratiebonenses  et  episcopum
  Uartvicum  Dugnavit.  Eberhardus
  archiepiscopus  eos  ad  pacem
  v’S  .

1)  Reg.

2)  di  —m-  I.  e.  p.  631.

seit  dem  letzten  Thronwechsel  in

3)  Auctar.  Affligem.  (Mon.  88.
XVII.  p.  404  Fridericus  imperator
—  —  juravit,  se  non  rocossurum  a
civitate,  donec  caperet  eam.  Ut  autem
hoo  iuramentum  ratum  maneret,  designavit,

  si  forte  vita  decederet,  ducs
imperatores,  flium  Conradi  praedecessoris
  sui,  et  post  eum  Heinricum,  ducem
  Sazonie.