Niclots  letzter  Aufstand  u.  s.  w.  191

des  Kaisers  zu  schützen.  Unverrichteter  Sache  mußten  daher  die
glänzenden,  in  dem  prachtvollen  Lager  zu  Dole  versammelten  Schaaren
  der  geistlichen  und  weltlichen  Fürsten  den  Rückweg  antreten.))
Wichtig  war  es  aber  nicht  bloß  für  den  Kaiser,  sondern  beinahe  in
noch  höherem  Grade  für  Herzog  Heinrich  den  Löwen,  daß  König
Waldemar  von  Dänemark  hier  dem  Kaiser  huldigte  und  dadurch
sein  Reich  als  von  Deutschland  zu  Lehen  gehend  anerkannte;  von
Herzog  Heinrich  aber  wurde  er  mit  der  größten  Auszeichnung  behandelt
  und  ihm  viel  Ehre  erwiesen..)  Ein  anderer  Versuch  aber,
den  deutschen  Einfluß  über  Dänemark  und  den  Norden  überhaupt
zu  erweitern  und  zu  befestigen,  der  bei  dieser  Gelegenheit  gemacht
wurde,  hatte  keinen  Erfolg.  Erzbischof  Hartwig  von  Bremen  trat
nämlich  hier  noch  einmal  mit  seinen  schon  früher  vergeblich  verfolgten
Plänen  zur  Gründung  eines  nordischen  Patriarchats  hervor  und  forderte,
  Kaiser  und  Reich  sollten  ihm  dazu  behülflich  sein,  die  Bischöfe
der  drei  nordischen  Reiche,  Dänemarks,  Schwedens  und  Norwegens,
unter  seine  Oberhoheit  als  die  ihres  ehemaligen  Metropolitans  zurückzuführen.
  Aber  auch  diesmal  scheiterte  sein  ehrgeiziger  Plan.)

162.

Während  so  die  Fürsten,  die  zu  dem  Concil  zusammengeströmt  *.  Rov

waren,  unverrichteter  Sache  nach  Hause  zogen,  folgte  Herzog  Heinrich
  dem  Kaiser  und  verweilte  mit  ihm  gegen  Ende  des  November
in  Constanz.  Dort  kam  auch  eine  in  der  Stille  gewiß  schon  seit
längerer  Zeit  vorbereitete  Maßregel,  die  für  Heinrich  den  Löwen
von  der  größten  Wichtigkeit  war,  zum  Austrag:  seine  Ehe  mit  Clementia
  von  Zäringen  wurde  gelöst.  Den  Grund  gab,  wie  um  diese
Zeit  in  allen  derartigen  Fällen,  so  auch  hier  die  zu  nahe  Verwandtschaft
  der  Gatten  ab.  Das  plötzliche  Hervorsuchen  dieses  Grundes

1)  Vgl.  Helm.  I.  c.  Alexander  88.  XVI,  p.  403):  Rex  Valdemarus
papa  —iies  ab  eo  tempore  magis  ivit  ad  concilium  imperatoris  Metis,
invaluit.  ubi  multos  dolos  imperatoris  expertus

est;  sed  suis  strenuissime  et  cautis-2)

  Saxo  Gr.  p.  778  ff.  Quo  (sc.
rege)  euriam  ingresso  pracses  Saxoniae
  Henricus  veteris  amicitiae  recordatione
  castra  sun  maiore  ex  parte
eins  adventui  cessit  herpitalitstemane
ei  suis  sumptibus  erogavit,  —

Wenn  irgend-  wo,  so  rritt  bei  dife
Berichte  bes  Sauo  Gr.  seine  nationale
Eitelkeit  hervor:  er  will  die  von  Waldemar
  geleistete  wuloigun  nur  als
durch  die  treulose  Lis  und  1  Vorspiegelungen
  des  Kaisers  erwirkt
stell  Vgl.  Ann.  Ryene.

dar-(Mor.


sime  se  in  omnibus  gerentibus  nutu
divino  et  directione  Heurici  ducis
Brunsvicensis  fretus  in  Daniam  sanus
rediüt.  —  Ann.  Stadens.  p.  345;
Ibi  Waldmarus  duo  regna,  Daciae  et
Sweciae,  ab  imperatore  euscepit.

3)  Ann.  Stad.  1  c.  Venit  Hardvicus
  Bremensis  archiepiscopas  conduerens
  ibidem,  qucd  tria  regna,  Dacias,
  Sueciae,  Norwegise,  se  de  sua
sede  abstrazerint  violenter,  cum  iure
deberent  suam  sinodum  observere.