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196  2.  Buch.  4.  Kapitel.

unterzeichnete  und  untersiegelte  Urkunde  als  zu  Recht  bestehend  auch
für  künftige  Zeiten  beglaubigt  werden.  Aber  jedenfalls  zum  größeren
Schaden  der  Ansiedler  kam  es  nicht  dazu:  denn  als  die  Notare,
denen  die  Ausfertigung  dieses  Aktenstückes  oblag,  von  den  Slaven
das  ihnen  zustehende  Goldstück  dafür  als  Gebühr  forderten,  weigerten
sich  dieselben  hartnäckig,  dies  zu  zahlen,  und  so  kam  es,  daß  das
ganze  Geschäft  unterblieb.)

Diese  Widerspänstigkeit  eines  Theiles  der  Ansiedler  und  der
unterworfenen  Slaven  war  übrigens  nur  die  erste  Aeußerung  einer
tieferen  Gährung,  das  erste  Vorspiel  eines  nahe  bevorstehenden  gewaltsameren
  Ausbruches.  Nach  Beendigung  seines  letzten  siegreichen
Zuges  gegen  die  Obotriten,  bei  welchem  der  gefährliche  Niclot  gefallen
  war,  hatte  Herzog  Heinrich  den  Söhnen  vesselben  wenigstens
einen  Theil  ihres  väterlichen  Erbes  wieder  zurückgegeben.  Anfangs
hatten  sie  sich  damit  begnügt  und  Ruhe  gehalten;  jetzt  aber  begannen
sie  ihre  alten  Vergrößerungsversuche  von  Neuem  und  wollten  sich
auch  des  vom  Herzog  ihnen  genommenen  Obotritenlandes  bemächtigen.
  Der  derzeitige  Inhaber  desselben  aber,  Guncelin  von  Schwerin,
  bemerkte  noch  rechtzeitig,  was  man  gegen  ihn  im  Schilre  führte
und  benachrichtigte  den  Herzog  von  dem  drohenden  Ausbruch.  Demselben
  zuvorzukommen  und  ihn  gleich  im  ersten  Keime  zu  ersticken,

4  unternahm  Herzog  Heinrich  in  den  ersten  Wochen  des  Jahres  1163,

also  noch  im  tiefsten  Winter,  einen  neuen  Zug  gegen  die  Obotriten.
Gurncelin  von  Schwerin  eilte  mit  einer  kleinen  Schaar  voraus,  um
zunächst  Werle,  wohin  sich  Wratislav,  der  jüngere  von  Niclots  Söhnen,
  zurückgezogen  und  das  er  stark  befestigt  hatte,  vorläufig  einzuschließen
  und  so  ein  Entweichen  des  Gegners  in  die  dichten,  durch
weite  Sumpf=  und  Moraststrecken  doppelt  unzugänglichen  Wälder
zu  verhindern.  Denn  dem  älteren,  Pribislav,  war  es  bereits  gelungen,
  sich  mit  seinen  Reiterschaaren  dorthin  zurückzuziehen..)  Bald
nach  Guncelin  erschien  denn  auch  Herzog  Heinrich  selbst  mit  einem
starken  Heer  vor  Werle  und  begann  die  Berennung  der  Stadt.

Sclavorum  hiemali  tempore.
Porro  illi  consederunt  in  urbe  Wurle

1)  ibid.  Et  ne  succedentium  forte

pontifieum  innovatas  paterentur  angarias,
  rogaverunt  hoc  ducis  atque  pontillois
  eigillto  confirmari.  Cumque
notarii  iuxta  morem  curige  marcam
requirorent  auri,  gens  indocta  rosiliit
et  negotium  mansit  imperfectum.

2)  Helm.  I,  92:  —  et  (isc.  dux)
venit  cum  erercitu  gravi  in  terram

ot  munierunt  castrum  contra  obsidionis
  impetum.  Et  prnemisit  dux  Guncelinum,
  —  —  no  forte  elaberentur
Slavi.  —  —  At  Pribizlavus  senior
natus  cum  numero  equitum  transierat
in  abdita  nemorum.