Die  ucucn  Empörungen.  der  Söhne  Niclots  u.  s.  w.  197

Die  Streifzüge  der  Seinen  gegen  den  in  den  Wäldern  weilenden
Pribislav  untersagte  er  als  zu  gefährlich  und  unnöthigen  Verlust
bringend,  konnte  aber  voch  nicht  hindern,  daß  die  muthigen,  aber
eigensinnigen  Holsteiner  unter  Graf  Adolf  dennoch  einen  solchen
Zug  unternahmen  und  nicht  unbedeutende  Verluste  erlitten.)  Als
der  Widerstand  der  in  Werle  eingeschlossenen  Slaven  unerwartet
hartnäckig  war,  so  griff  Herzog  Heinrich  zu  bisher  noch  nicht  angewandten
  Mitteln,  nämlich  einer  regelrechten  Belagerung  und  Beschießung
  der  Stadt.  Bei  den  großen,  mit  so  außerordentlichem
Apparat  geführten  Velagerungen  von  Crema  und  Mailand  hatte  er
die  kunstreichen  Belagerungs=  und  Wurfmaschinen  kennen  gelernt:
nach  ihrem  Muster  ließ  er  nun  hier  solche  erbauen,  einen  wohlbefestigten
  Sturmbock,  der  die  Mauern  mit  gewaltigen  Stößen  bearbeitete,
  und  einen  Thurm,  der  über  die  Befestigungen  der  Stadt
hoch  hervorragend  seinen  Schützen  einen  vollständigen  Ueberblick  über
vieselben  gewährte  und  sie  so  ein  sehr  wirksames  Schießen  gegen
den  Feind  unterhalten  ließ.  Bald  kam  es  denn  auch  dahin,  daß
die  Slaven  gar  nicht  mehr  wagten,  sich  auf  ihren  Werken,  die  Heinrich
  außerdem  noch  von  unten  untergraben  ließ,  zu  zeigen.))  Ihr
Führer,  Wratislav,  wurde  durch  einen  Pfeilschuß  schwer  verwundet,
und  da  er  die  Vergoeblichkeit  ferneren  Widerstandes  einsah,  so  wandte
er  sich  an  den  Grafen  Adolf  von  Schauenburg,  um  ihn  zur  Uebernahme
  der  Vermittelung  zu  bestimmen.  Die  Antwort  desselben  aber
lautete,  wie  vorauszusehen  gewesen,  dahin,  daß  nur  in  bedingungsloser
  Unterwerfung  für  die  Aufrührer  einiges  Heil  zu  hoffen  sei.

Doch  wirkte  Graf  Adolf  wenigstens  soviel  beim  Herzog  aus,  ra

allen  denen,  die  sich  jetzt  freiwillig  ergeben  würden,  an  Leib  und
Leben  kein  Schaden  zugefügt  werden  sollte.  Die  Slaven  gingen
darauf  ein,  and  unter  dem  Geleite  des  Grafen  Adolf  erschienen  alle
Vornehmen,  die  in  der  Stadt  waren,  das  Schwert  auf  dem  Nacken,

und  beugten  vor  dem  gewaltigen

1)  ibid.  Vgl.  die  Anrchde  deg  Herzogs
  an  die  Seinen:  —  At  IIolzatoruin
  quidam,  ut  sunt  cervicosi;  non
curaverunt  de  mandato  et  egressi  sunt
ad  frumentandum  et  suberveniens  Pribirlaus
  irruens  super  incantos  prostravit
  ex  eis  ad  centum  viros,  reliqui
  fogerunt  in  castra.

2)  Helm.  l.  c.:  Et  statim  praecepit
  ex  abundanti  nemore  ligna  conduci
  ct  aptari  bellica  instrumenta,

Herzog  die  Knie.  Dieser  schenkte
ualia  viderat  facltu  Crimmue  eire
Mediolani.  Fecitque  muchinas  esheaeissimas,
  unum  tabulatis  compactam
ad  perfringendos  muros,  alteram  vero,
qune  excelsior  erat  et  turris  modum
erecta,  superexaltavit  enstro  ad  diri-Fendas
  sagittas  et  ad  abigendos  cos,
qui  stabant  in  Propugnaculis.  —  —
—  munimenta  castri  coeperunt  trepidari:
  minaci  ruina  et  anllossionibus
dilabi.

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