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198  2.  Buch.  4.  Kapitel.

ihnen  zwar  das  Leben,  ließ  sie  aber  alle  durch  seine  Getreuen  in
sichern  Gewahrsam  bringen,  aus  dem  sie  nicht  eher  entlassen  werden
sollten,  als  bis  sie  das  ihnen  auferlegte  Lösegeld  bis  auf  Heller  und
Pfennig  bezahlt  hätten.  In  die  Burg  legte  er,  auch  um  das  dort

zirückbleibende  niedere  Volk  im  Zaume  zu  halten,  eine  Besatzung

und  übergab  das  neu  unterworfene  Land  einem  Oheim  des  Wratislav,
Lubemar.  Wratislav  selbst  nahm  der  Herzog  mit  nach  Braunschweig
und  ließ  ihn  dort  in  Fesseln  legen.)

Nachdem  die  Unternehmung  seines  Bruders  einen  so  ungünstigen
  Ausgang  genommen  hatte,  begann  auch  Pribislav,  der  sich  beim
Ausbruch  des  Kampfes  in  die  Wälder  zurückgezogen  hatte,  seinen
Frieden  mit  dem  gewaltigen  Herzoge  zu  erneuern.  Da  er  aber  die
Forderung  desselben,  als  Bethätigung  seines  aufrichtigen  Verlangens
nach  Frieden  Geiseln  zu  stellen,  mit  dem  Bemerken  abwies,  an  den
in  Werle  gefangen  genommenen  Vornehmen,  unter  denen  ja  sein
eigener  Bruder  sei,  habe  der  Herzog  genug  Geiseln,  da  verschleppten
sich  die  Unterhandlungen  und  es  kam  zu  keinem  ordentlichen  Friedensschluß.
  Doch  wagte  Pribislav  auch  keinen  neuen  Angriff  auf
die  neuen  Erwerbungen  des  Herzogs.  Dieser  hatte  durch  diese  glückliche
  Unternehmung  nicht  nur  sein  Gebiet  erweitert  und  seine  Macht
den  Slaven  gegenüber  neu  befestigt,  sondern  auch  seinen  dänischen
Bundesgenossen  Waldemar  sich  von  Neuem  verpflichtet.  In  Werle
nämlich  hatte  sich  eine  große  Anzahl  von  den  Otrobiten  auf  ihren
Raubzügen  mit  weggeschleppter  und  in  harter  Gefangenschaft  gehaltener
  Dänen  gefunden,  welche  in  dem  Herzog  freudig  ihren  Befreier

begrüßten..)  Ende  März  1163  konnte  daher  Heinrich  der  Löwe

diese  Gegenden  scheinbar  ganz  beruhigt  verlassen;  der  unruhige  Geist
der  Slaven  aber  war,  wie  sich  bald  zeigen  sollte,  keineswegs  wirklich
gebrochen,  vielmehr  war  noch  nicht  ein  Jahr  vergangen,  als  sie  auch
schon  von  Neuem  gegen  die  sächsischen  Eroberer  in  Waffen  standen.
Selbst  die  zahlreichen  Burgen  des  Herzogs,  Malchow,  Cussin,  Schwerin,
  Ilow  und  Mecklenburg  hielten  sie  nicht  länger  in  Unterwerfung.


1)  Helm.  I,  92:  Ipso  tempore  baberentur  in  castro,  potirentur  liber-Wertizlaus
  graviter  vulneratus  est  de  tate:  et  exiit  de  illis  multitudo  mazisagitta.

  —  —  Tune  W.  omni  spe  ma  imprecantes  duci  fortissimo  bone
meliori  deposita  asccepto  conductu  pro  suimet  ereptione.

venit  in  castra  ad  comitem  Adolfum,  3)  ibid.  —  fuitque  paxz  in  Slavia
ut  acciperet  ab  eo  consilium,  —  etc.  a  Nartio  mense  usdue  in  Calendas

2)  Melm.  I.  c.  Praecepit  vrgo  Februarii  sequentis  anni  et  omnia
dur,  ut  quicunqgue  Danorum  captivi  castra  ducis  erant  illaesa  ..