Die  neuen  Empörungen  der  Söhne  Niclots  u.  s.  w.  199

Als  Herzog  Heinrich  nun  Ende  März  1163  nach  Braunschweig  1168.
zurückkehrte,  mußte  er  die  fernere  Anordnung  der  slavischen  Angelegenheiten
  für  den  Augenblick  unterbrechen,  denn  wichtige  Dinge
riefen  ihn  an  den  Hof  des  Kaisers.  Mitte  April  fand  zu  Mainz  vril.
ein  großer  Reichstag  statt,  wo  über  die  Frevelthat  der  Mainzer
Bürger,  die  in  wildem  Aufruhr  ihren  Erzbischof  Arnold,  einen  der
ersten  Männer  des  Reichs,  ermordet  hatten,  Gericht  gehalten  wurde.
Heinrich  der  Löwe  war  auch  unter  den  Fürsten,  welche  dem  Kaiser
in  dieser  wichtigen  Angelegenheit  zur  Seite  standen)  und  mit  deren
Zustimmung  derselbe  über  die  Mainzer  als  Strafe  verhängte:  die
Hauptanstifter  wurden  entweder  verbannt  und  ihres  Vermögens  beraubt
  oder  hingerichtet,  die  ganze  Stadt  durch  Niederreißung  ihrer
Befestigungen  bestraft.  Zum  Nachfolger  des  Ermordeten  wurde  nach
Beseitigung  zweier  schon  erwählter  der  Bruder  des  Pfalzgrafen  Otto
von  Wittelsbach,  Conrad,  eingesetzt.  Nach  Beendigung  des  Reichstages,
  auf  dem  auch  ein  neuer  Zug  nach  Italien  beschlossen  wurde,
scheint  Herzog  Heinrich  dem  Kaiser  noch  rheinaufwärts  gefolgt  zu
sein,  wenigstens  finden  wir  ihn  noch  in  Augsburg  in  der  Umgebung
  desselben,  als  Friedrich  eine  Schenkung  an  das  Kloster  Tegernsee
  bestätigt.)

Während  Friedrich  von  dort  aus  weiter  nach  Italien  ging,  um
die  neuen  Verwirrungen,  die  sich  dort  erhoben  hatten,  persönlich  zu
beschwichtigen,  kehrte  Heinrich  der  Löwe  nach  Sachsen  zurück  und
widmete  sich  sofort  der  ferneren  Ordnung  der  sächsisch-slavischen
Angelegenheiten.  Wie  fast  nach  jedem  größeren  siegreichen  Zuge  gegen
  die  Slaven  waren  es  jetzt  Kirchengründungen  und  die  Befestigung
  des  Christenthums  in  dem  neu  erworbenen  Gebiete,  denen  er
zunächst  seine  ganze  Thätigkeit  zuwandte.  Die  Veranlassung  dazu
gab  ihm  Bischof  Gerold  selbst.  Seitdem  nämlich  Heinrich  mit  des
Bischofs  Zustimmung  das  bisher  in  Mecklenburg  bestehende  Bisthum
nach  dem  in  schnellem  Aufblühen  begriffenen  Lübeck  verlegt  hatte,
war  Gerold's  Wirksamkeit  eine  glückliche  gewesen.  Um  Ostern  des
Jahres  1163  war  er  schwer  erkrankt  und  bis  gegen  Anfang  des
Juli  an  sein  Lager  gefesselt  geblieben.)  Gleich  nach  seiner  Gene=  guu.
sung  aber  eilte  er  dem  eben  vom  kaiserlichen  Hofe  zurückkehrenden

1)  Reg.  u.  87,  88.  schae  ferias  coepit  infirmari  et  decu-2)
  Reg.  u.  89.  buit  in  lecto  aegritudinis  usque  in
3)  Kä#.  J,  93:  Bodem  anno  do-  Calendss  vuin.
minus  Geroldus  —  post  celebres  Pa-