200  2.  Buch.  4.  Kapitel.

Herzog  entgegen,  um  sich  zu  mehreren  kirchlichen  Gründungen,  die
er  vor  seinem,  wie  es  schien  nahe  bevorstehenden  Ende  noch  zu  Stande
bringen  wollte,  seiner  Mitwirkung  zu  versichern.  In  Stade,  wo-Heinrich
  mit  dem  Erzbischof  Hartwig  eine  Zusammenkunft  hatte,
trug  er  dem  Herzog  seine  Bitte  vor.  Dieser  ging  nicht  bloß  selbst
bereitwillig  darauf  ein,  sonderu  bewog  auch  Hartwig,  daß  er  durch
seine  Gegenwart  und  persönliche  Theilnahme  den  heiligen  Handlungen
  eine  höhere  Weihe  geben  solle.)  In  Folge  dessen  begab  sich
Hartwig  von  Stade  aus  zunächst  nach  Faldera,  um  die  dort  von
Vicelin  gegründete  Kirche  zu  weihen.  Dem  Propste  Hermann,  dem
Nachfolger  des  am  1.  Mai  gestorbenen,  noch  von  Vicelin  selbst  eingesetzten
  Eppo,  bewies  er  sich  in  jeder  Hinsicht  gut  und  gnädig.
Wohl  mit  Hindentung  auf  die  neu  erbaute  Kirche  ordnete  er  an,
daß  der  Ort  von  nun  an  nicht  mehr  Faldera  oder  Wippendorf,
sondern  Neumünster  heißen  sollte.  Von  da  ging  Hartwig  weiter
nach  Segeberg,  wo  er  bei  dem  Grafen  Adolf  von  Schauenburg  gastliche
  Anfnahme  fand.  In  seiner  Begleitung  begab  er  sich  dann  nach
Lübeck,  wo  sich  auch  Herzog  Heinrich  eingefunden  hatte,  und  gemeinsam
  mit  Bischof  Gerold  den  Erzbischof  mit  glänzenden  Ehrenerweisungen
  empfing.  Die  Weihe  der  neuen  Kirche  wurde  mit  allem
Prunk  und  Glanz  vollzogen  und  gab  dem  Herzog  sowohl,  wie  dem
Bischof  und  Grafen  Veranlassung  zu  neuen  reichen  Schenkungen
an  Gütern  und  Zehnten.  Ein  Versuch  des  Gero  aber,  jetzt  die  bei
dem  Tode  des  Vicelin  von  dem  damaligen  Oldenburger  Bisthum
abgefallene  Kirche  von  Neumünster  unter  seine  geistliche  Herrschaft.
zurückzubringen,  blieb  vergeblich:  seine  Bitte  wurde  einfach  abgeschlagen.)
  Nach  Beendigung  der  mit  der  Weihe  verbundenen  festlichen
Tage  kehrte  Hartwig  nach  Bremen  zurück,  während  der  Herzog  zur
Ordnung  mancher  Angelegenheiten  noch  in  der  Gegend  blieb.

In  Lübeck  selbst  aber  folgten  den  festlichen  Tagen  schnell  Tage
des  Schmerzes  und  der  Trauer.  Bischof  Gerold,  der  schon  cinmal
im  Frühjahr  schwer  erkrankt  war,  sah  seinen  Lieblingswunsch  erfüllt:
eben  nur  bis  dahin  scheint  seine  Kraft  noch  ausgereicht  zu  haben.
Wie  um  von  all  den  seiner  Obhut  anvertrauten  Kirchen  einzeln  Ab-1)

  Helm.  I.,  93:  Adiit  ergo  du-  mationem  oflieii.
cem,  qui  tunc  forte  venerat  Stadhen  2)  Helm.  l.  c.  Commonitus  autem
in  occursum  archiepisoopi  et  contulit  archiepiscopus,  ut  Novrum  monasteeum
  eo  de  commodis  Lubicensis  ecele-  rium  daret  Lubiensi  episcopo,  von
siae.  —  —  Et  rogavit  dux  archiepie-  achqvievit.
copum,  ut  occurerct  secum  ad  confir-