Die  neuen  Empörungen  der  Söhne  Niclots  u.  s.  w.  201

schied  zu  nehmen,  bereiste  er  noch  einmal  seinen  Sprengel,  alles  116..
sorgfältig  prüfend  und  vielfach  noch  seine  bessernde  Hand  anlegend.
So  verbot  er  in  Plön  den  am  Sonntag  gehaltenen  Markt  als  eine
Entweihung  des  Festtages.  In  Lütjenburg  hielt  er  selbst  noch  einmal
die  Messe;  aber  schon  begannen  seine  Kräfte  zusehends  zu  schwinden.
Im  Vorgefühl  des  nahen  Todes  ließ  er  sich  nach  Bosau  bringen.
Längere  Zeit  lag  er  dort  unter  der  sorgsamen  Pflege  des  Pfarrers
Helmold  darnieder.  Theilnahmsvoll  umstanden  seine  Lübecker  Geistlichen
  und  die  von  Segeberg  das  Bett  ihres  Bischofs,  der  sie  mit
erbaulichen  Worten  voll  frommer  Zuversicht  über  seinen  Verlust  zu
trösten  suchte.  Am  13.  August  1163  gab  er  seinen  Geist  auf.  All=  u.  aug.
gemein  war  die  Trauer  um  seinen  Tod  und  groß  die  Theilnahme
von  Weltlichen  und  Geistlichen,  als  man  seine  irdischen  Reste  in  der
von  ihm  selbst  gegründeten  Kirche  beisetzte.)  Der  so  erledigte  Bischofsstuhl
  blieb  noch  längere  Zeit  unbesetzt,  da  der  Herzog,  dessen
Mitwirkung  dabei  nöthig  war,  noch  länger  abwesend  blieb.)
Nachdem  er  nämlich  der  Einweihung  der  Kirche  zu  Lübeck  beigewohnt,
  hatte  sich  Heinrich  der  Löwe  von  dort  zur  ferneren  Ordnung
  der  sächsischen  Angelegenheiten  begeben.  Nicht  bloß  für  die
kirchlichen  Interessen,  sondern  auch  für  die  weltlichen  finden  wir  ihn
in  cifriger  Thätigkeit.  Am  18.  October  ist  er  in  Artlenburg  und  18.  Oct.
erläßt  dort  eine  für  den  Handel  dieser  Gegenden  wichtige  Verordnung.
  Der  schon  von  Alters  her  bestehende  lebhafte  Handel  der
deutschen  Ostsecküste  mit  Schweden,  namentlich  dem  wohlhabenden
Gotland,  hatte  in  den  letzten  Jahren  durch  allerhand  Streitigkeiten,
über  deren  Ursprung  und  Verlauf  uns  jede  weitere  Kunde  mangelt,
eine  Unterbrechung  erlitten.  Jetzt  wurden  vie  alten  freundschaftlichen
  Beziehungen  wieder  hergestellt,  und  damit  traten  die  Gotländer
auch  wieder  in  den  Genuß  der  ihnen  früher  ertheilten  Handelsprivilegien
  ein.  Herzog  Heinrich  erneuerte  ausdrücklich  die  ihnen  einst
von  Kaiser  Lothar  gewährten  Begünstigungen,  nämlich  die  Zusicherung
  seines  Schutzes  und  Zollfreiheit  durch  sein  ganzes  Gebiet;  zum
Dank  dafür  sollten  sie  mit  den  ihm  untergebenen  Seestädten  nun
auch  recht  fleißig  Handel  treiben,  namentlich  aber  Lübeck  so  viel  wie

1)  Heim.  I,  94.  Den  Bericht  über
die  letzten  Tage  des  Gerold  giebt  Helmold
%%  *0.  Fenzeuge:  Fateor  non  meminisse,

iese  virum.  —  —  —  Inter  lo-Wendam
  autem  dedit  nobis  lectionem
  de  psalmo.  —  —  Iopterrogatus  a

1%ien  quas  pateretur  molestias.  —

2)  i  bid.-  Et  vacavit  sedes  Lubicensis
  uscue  in  Galendas  Februarii
  eo,  quod  dux  abesset  et  exspectaretur
  oius  gententia.