114.

Junl.

208  2.  Buch.  4.  Kapitel.

grafen  Albrecht,  den  rastlosen  Bekämpfer  der  Slaven,  erließ  er  eine
Aufforderung  zur  Theilnahme  an  dem  ja  auch  seinen  Interessen
förderlichen  Zuge.  Ebenso  eilte  auf  seine  Aufforderung  König  Waldemar
  herbei,  um  die  Unterwerfung  mit  seiner  Flotte  zu  unterstützen.
  Vermuthlich  wurde  damals  das  seit  einigen  Jahren  bestehende
  freundschaftliche  Verhältniß  zwischen  Heinrich  und  dem  Dänenkönig,
  das  eben  in  dem  gemeinsamen  Kampfe  gegen  die  Slaven
seine  hauptsächlichste  Grundlage  hatte,  aufs  Neue  befestigt  und  sollte
auch  für  die  Zukunft  gesichert  werden  durch  die  Verlobung  der  jüngeren
  Tochter  Heinrichs  aus  erster  Ehe  mit  Kund,  dem  damals  einjährigen"')
  Sohne  Waldemars.

Im  Juui  1164  scheinen  alle  nöthigen  Rüftungen  beendet  gewesen
  zu  sein.  Waldemar  erschien  mit  seiner  Flotte  an  den  Mündungen
  der  Oder  und  lief  in  die  Peene  ein,  während  sich  das  sächsische
  Heer  bei  Malchow  versammelte.  Dort  ließ  Heinrich  den  in
seiner  Gefangenschaft  befindlichen  Wratislav,  welchen  er  als  den
eigentlichen  Urheber  des  ganzen  Aufstandes  ansah,  zur  Strafe  für
seinen  Friedensbruch  und  zum  abschreckenden  Beispiel  für  die  übrigen
  Aufrührer  erhängen..)  Auf  die  Kunde,  daß  ein  so  großes
Heer  gegen  sie  herannahe,  hatten  sich  die  Slaven  aus  dem  offenen
Lande  zurückgezogen  und  hinter  den  schützenden  Mauern  des  festen
Demmin  zum  letzten  Widerstande  gesammelt.  Dorthin  brach  das
sächsische  Heer  nun  auf.  Während  sich  aber  die  Hauptmasse  desselben
  unter  Heinrichs  und  der  übrigen  fürstlichen  Theiluehmer  persönlicher
  Leitung,  begleitet  von  einem  gewaltigen  Troß,  nur  langsam
vorwärts  bewegte,  wurden  kleinere  Abtheilungen  als  Vortrab  vorausgesendet:
  es  waren  dazu  die  Holsteiner  und  Stromarn  und  vie
Oldenburger  Slaven  bestimmt  unter  Führung  des.  Grafen  Adolf
von  Schauenburg,  Guncelins  von  Schwerin,  Reinholds  von  Dithmarschen
  und  Christians  von  Oldenburg.  Diese  gingen  dem  Heere
des  Herzogs  voraus  und  schlugen  etwa  zwei  Meilen  von  Demmin,
in  der  Nähe  von  Verchen  ihr  Lager  auf.  Zwar  schickten  Kasimar
und  Bogislav,  die  mit  dem  aufrührerischen  Pribislav  im  Einverbem

  Malacowe  co,  quod  pessumdaverit
eum  frater  eius  Pribizlavos  et  praevaricatus
  fuerit.  bromiseione  Pacis,

Ann.  Ryens.  a.  1163  (Mon.
88.  unen  p.  403):  natus  Kanutus,
Klius  Waldemari  regis.

2)  Helm.  II,  4:  Dux  vero,  ubi  Palid.

transiit  Albiam  et  attigit  terminos
Slevorum,  fecit  Wertizlavum  principem
Slavorum  suspendio  interfloi  prope  urquas

  pactus  fucrat.
p.  93:  —  duxr  —  —  ##-  NiclotiZ
christianum,  quem  apud  se  habebat,
infausto  consilio  suspendi  iussit.