1104.

210  2.  Buch.  4.  Kapitel.

Platze,  und  immer  neue  Massen  drangen  den  Hügel  in  die  Höhe.
Da  mußte  freilich  selbst  die  verzweifeltste  Tapferkeit  schließlich  unterliegen:
  die  edelsten  der  rastlos  kämpfenden  Ritter  fielen,  die  Anführer,
  Graf  Avolf  von  Schauenburg  und  Reinhold  von  Dithmarschen,
  selbst  starben  in  dem  wilden  Handgemenge  den  Heldentod.)
Schließlich  mußte  man  das  Lager  dem  Sieger  preisgeben:  an  das
äußerste  Ende  desselben  zusammengedrängt  hielten  sich  noch  dreihundert
  Mann  unter  Guncelin  von  Schwerin  und  Christian  von
Oldenburg,  während  sich  die  Slaven  raubgierig  in  der  Hoffnung
auf  große  Beute  über  das  ganze  Lager  ergossen,  wo  sie  noch  an
einem  Trupp  Knappen  tapferen  Widerstand  fanden.  Diese  Gelegenheit
  benutzten  die  noch  übrig  Gebliebenen:  mit  dem  Muthe  der
Verzweiflung  stürzten  nun  die  dreihundert  Ritter,  Guncelin  und
Christian  allen  voran,  auf  die  durch  das  Lager  zerstreuten  Slaven,
und  in  dem  sich  nun  entspinnenden  Einzelkampfe  richteten  die  Deutschen
  unter  denselben  ein  furchtbares  Blutbad  an.  Immer  mehr
gewannen  sie  von  dem  erst  verlorenen  Terrain  wieder,  der  von  verschiedenen
  Seiten  auf  sie  eindringende  Angriff  machte  die  Slaven
gänzlich  verwirrt,  sie  begannen  zu  weichen,  und  bald  befand  sich  das
erst  mit  so  schweren  Opfern  verlorene  Lager  wieder  in  den  Händen
der  überlebenden  Deutschen.  Der  Rückzug  der  Slaven  artete  allmählich
  in  wilde  Flucht  aus,  auf  der  sie,  von  den  Siegern  rastlos
verfolgt,  noch  schwere  Verluste  erlitten.  Ganz  wider  Hoffen  und
Erwarten  endete  so  der  mit  so  schwerem  Unglück  begonnene  Tag
für  die  Deutschen  mit  einem  glänzenden  Siege.)  Derselbe  war
schon  völlig  entschieden,  als  am  Abend  Herzog  Heinrich  mit  dem
Hauptheer  auf  dem  Platze  erschien.  So  sehr  er  durch  die  den  Slaven
  beigebrachte  Nieverlage  erfreut  war,  —  es  lagen  ihrer  angeblich
mehr  als  2000  auf  dem  Schlachtfelde,  —  so  war  der  Sieg  doch  mit
Opfern  erkauft,  die  ihn  unendlich  schmerzen  mußten:  unter  den
tapfersten  Rittern  lag  auch  sein  treuester  Helfer  und  Genosse  in  dem
Kampfe  gegen  die  Slaven,  Graf  Adolf  von  Schauenburg,  auf  der
blutgetränkten  Wahlstatt.)  Heinrich  ließ  den  Leichnam  des  tapferen

1)  Bgl.  den  ausführlichen  Bericht  2)  Helm
über  diesen  Kampf  II,  3)  ibid.  9  Foit  dux  lestinanter,
sowie  Ann.  zue  172  *  ut  fleret  suis  Drnesidio,  et  vidit  rui-XVI.
  p.  163),  der  im  Detail  etwas  nam,  quae  saeta  est  in  populo  suo,
abweickr,  Ann.  Palid.  p.  93,  Sta-  et  quia  mortuus  est  comes  Adollus  et
dens.  p.  315.  Saxo  Gr.  p.  796.  Hist.  fortissimi  quicue,  resolutus  est  in  la-Knutid.
  p.  345.  crimas  multas.  Sed  dolorem  eius