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212  2.  Buch.  4.  Kapitel.

Mit  Hülfe  der  dänischen  Flotte  wurde  vie  Peene  überbrückt,  und  das
sächsische  Heer  ging  hinüber)  Dieses  unaufhaltsame  Vordringen
der  Sieger  setzte  die  Slaven  in  die  größte  Bestürzung:  einer  solchen
Macht  konnten  sie  unmöglich  hoffen  erfolgreich  Widerstand  zu  leisten.
Es  blieb  ihnen  nichts  übrig,  als  sich  um  Erlangung  eines  leidlichen
Friedens  zu  bemühen.  Mit  kluger  Berechnung  wandten  sich  die
pommerschen  Fürsten  Kasimar  und  Bogislav  zunächst  an  den  ihnen
weniger  feindlich  gegenüberstehenden  und  weniger  gefährlichen  Dänenkönig
  Waldemar  und  machten  ihm  Friedensanerbietungen.  Waldemar
  aber  widerstand  der  Versuchung.  auf  Kosten  seines  Bundesgenossen
  für  sich  selbst  größere  Vortheile  zu  erlangen.))  Von  ihm
und  Heinrich  gemeinsam  wurde  mit  den  Besiegten  ein  Vertrag  abgeschlossen,
  in  welchem  dem  Sachsenherzog  der  ungestörte  Besitz  der
in  den  slavischen  Gebieten  angelegten  Festungen  und  Burgen  zugesichert
  wurde,  während  das  von  den  Dänen  genommene  Wolgaster
Land  dreifach  vertheilt  wurde:  während  nämlich  einen  Theil  der
Pommer  Kasimar,  den  zweiten  Tetzlaff  von  Rügen  erhielt,  gab  man
den  dritten  an  den  schon  seit  längerer  Zeit  getauften,  mit  dem
Dänenkönig  und  dem  Herzog  in  Frieden  und  Freundschaft  lebenden
dritten  Sohn  Niclots,  Prislav.  Zugleich  mußten  alle  drei  versprechen,
  den  für  Dänemark  noch  immer  so  gefährlichen  Seeräubern
in  dem  Hafen  von  Wolgast  keinen  Zutritt  mehr  zu  gestatten.)  Für
die  großen  Vortheile,  welche  die  verbündeten  Dänen  und  Sachsen
gewonnen  hatten,  war  das  durch  diesen  Friedensschluß  Erreichte  freilich
  nur  wenig,  zumal  da  eine  wirklich  nachdrückliche  Verfolgung  des
erlangten  Uebergewichtes  leicht  zu  einer  Eroberung  des  ganzen  Pommerns
  hätte  führen  können.  Für  jetzt  aber  gab  Herzog  Heinrich  etwaige
  weitere  Eroberungspläne  auf  und  begnügte  sich  mit  dem  Erlangten,
  was  immerhin  sehr  wesentlich  war,  da  die  Slaven  schwerer
als  seit  langer  Zeit  seine  gewaltige  Hand  gefühlt  hatten,  so  daß

1)  Saxo  Gr.  p.  799:  —  rex  —  cnuntiat.

—  Henricum  cum  toto  exercitu,  consertis
  arctius  navibus,  tamquam  ponte
traiecit.  Helm.  l.  e  t  abierunt
sociata  manu,  ut  depopularentur  latitudinem
  PTameranue  regionis  et  venerunt
  ad  locum,  qui  dicitur  Stolpe.

2)  Saxo  Gr.  1I.  c.  Quo  audito
Slari  —  —  Waldemaro  obsides  offerebant.
  At  rex  sine  militige  socio
Pacisci  fraudulentum  existimans  —
Henrico,  qune  ab  hostibus  offerrentur,

3)  ibid.  GQuo  se  conditionibus  ab
eo  factis  libenter  usurum  asseverante,
pactum  cum  hostibus  habuit,  ut,  Wologasti
  dominio  trilariam  diviso,  pars
una  Tetiszlavo,  reliqus  Cazimaro,  tertia
Nucleti  flio  Priszlavo  vindiceretur,  piratisque
  praedam  Danioam  appetere  solitis
Poni  fluminis  ostia  clauderentur,  Henrico
  qucque  munitionum,  quas  apud-Sclariam
  obtinuisset,  incolumis  possessio
  permanerct.